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Nun war es also soweit - das Rückspiel der zweiten Runde im UEFA-Cup
stand an.
Und trotz des bisher größten sportlichen Ereignisses für
den VfL Bochum war das Ruhrstadion am Spieltag laut Medien noch nicht
ausverkauft . Irgendwie doch ziemlich enttäuschend.
Nachmittags war rund um das Stadion schon reichlich Polizei vertreten,
und auch die ersten Belgier trieben sich an den Imbissständen und
in den in der Nähe gelegenen Kneipen herum.
Nach diesen ersten Eindrücken fuhr ich zum Sigi, wo kurze Zeit später
auch die ersten "Treuen" eintrafen.
Auf dem Weg zum Stadion sah und hörte man überall kleine Grüppchen
des Brügger Anhangs, der anscheinend dabei war die deutschen Biersorten
durchzuprobieren.
Vor dem Stadion erinnerte heute alles, im Vergleich zum Trabzon-Spiel,
mehr an ein normales Bundesligaspiel, aber das sollte sich im Stadion
ja noch gewaltig ändern.
Im Stadion waren wieder einige tausend blau-weiße Ballons verteilt
worden, die begleitet von einer Choreographie auf der Gegentribüne
das Ruhrstadion wieder in ein blau-weißes Meer tauchten. Nachdem
das Spiel begonnen hatte war die Stimmung bei den VfL-Fans wirklich gut,
aber an die Stimmung vom Rückspiel gegen Trabzonspor kam man in der
ersten Halbzeit auch nach der 1:0 Führung durch Georgi Donkov noch
nicht ran. Die ca. 2500 Köpfe zählende Delegation aus Brügge
machte sich bis auf die Phase zwischen dem 1:1 Ausgleich und dem Halbzeitpfiff
auch nur selten bemerkbar.
Dieses Ausgleichstor ließ die Hoffnung auf das Erreichen der 3.
Runde beim Bochumer Anhang aufs Minimalste schrumpfen, mussten doch noch
zwei Tore ohne ein weiteres Gegentor her. Aber nach dem Wiederanpfiff
war die alte "Jetzt erst recht"-Stimmung ins Ruhrstadion zurückgekehrt,
wozu in der Halbzeit auch Frank Papke seinen Teil beigetragen hat. Als
Donkov dann in der 57.Minute sein zweites Tor erzielte war alles wieder
offen und die Stimmung übertraf zeitweise sogar die vielgerühmte
aus dem ersten UEFA-Cup-Heimspiel. Jeder wollte irgendwie mithelfen den
VfL in die 3.Runde zu bringen. Nach mehreren vergebenen Chancen folgte
dann sieben Minuten vor dem Abpfiff das 3:1 durch Sergej Juran!!! Ein
unglaublicher Torpogo in der Ostkurve, der größte Erfolg in
der Vereinsgeschichte war zum Greifen nah. 22.000 Bochumer feiern jeden
Befreiungsschlag, "VfL-VfL" donnert es durchs Stadion, dann
läuft die Nachspielzeit, keiner sitzt mehr auf seinem Platz - und
dann bekommt Wosz den Ball im Mittelkreis und läuft alleine über
den halben Platz auf den Brügger Schlussmann zu. Kann das die endgültige
Entscheidung sein? Darek schießt - TOOOOR !!!!!
Ganz Bochum liegt sich in den Armen, kaum zu glauben was die Mannschaft
gegen die arroganten Belgier geschafft hat. Und dann die letzten Sekunden,
der Abpfiff und damit erneut der Start in eine lange Bochumer Jubelnacht.
Lange ließen sich unsere Helden von ihrem Anhang feiern, bevor sie
vor der Haupt- und Gegentribüne und natürlich der Ostkurve den
Diver machten.
Währenddessen mussten sich die enttäuschten belgischen Anhänger
unseren grenzenlosen Jubel ansehen, da sie von der Polizei in ihrem Block
festgehalten wurden.
Danach zog ein langer Jubeltross die Castroper Straße hinunter Richtung
Innenstadt und verteilte sich dort in die verschiedenen Kneipen des Bermuda-Dreiecks
.
Die "Treuen" feierten natürlich im Warsteiner, wo mit
vielen Bekannten auf das noch immer unglaubliche Ereignis angestoßen
wurde.
Irgendwann zu später Stunde zog es Macke und mich noch in die Rote
Laterne, wo wir bis gegen 5 Uhr verweilten.
Als ich dann zu Hause einlief, führte der nächste Weg natürlich
nicht ins Bett, sondern zum Videorecorder, um Heribert Faßbender
live aus dem Ruhrstadion zu erleben. Danach folgte noch ein erster Blick
in die WAZ, bevor der wohlverdiente Schlaf folgte.
Kasi
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