16.08.09 Ückendorf-VfL Bochum

Schon am zweiten Spieltag dieser Saison durften wir diesen Meilenstein in Sachen Stadionentwicklung, die Bier-Halle bei Bür, mit unserem Besuch beglücken. Wie schon die letzten Jahre, setzten die Treuen auch diesmal, entgegen aller Tradition, einen Bus für dieses Straßenbahnderdy ein. Hat eben viele Vorteile.
Neben den Treuen waren auch die Semper Fidelis zahlreich vertreten, des weiteren Leute der ELFC, eine Abordnung von Block A, sowie einige bekannte Gesichter aus dem Sportsfreund. Plätze blieben aber trotzdem frei, was zum einem an dem völlig überflüssigen Sonntagstermin für dieses Spiel lag und zum anderen hatten wir uns auch nicht groß Werbung gemacht für die Fahrt (aber so blieb später noch Platz für einige Gestrandete).
Um 15 Uhr ging es dann vom Sportsfreund los und direkt in einen Stau auf der Autobahn, aufgrund dessen wir das Aufhängen unserer Fahne das erste Mal seit Halleneröffnung bei einem VfL-Spiel dort ad acta legen konnten.
Vom, für Gästefans mittlerweile abgesonderten Busparkplatz, auf dem wir scheinbar der einzige Bus der VfL-Fans waren, ging es dann Richtung Gästekurve. Bei strahlendem Sonnenschein hatten wir vor der Halle dann aber doch noch Zeit ein Bierchen zu schlürfen und das Wetter zu genießen, bevor wir erst 15 Minuten vor Anpfiff in unseren Sitzplatzbereich gingen. Diese Idee hatten aber recht viele, so dass nicht nur an den Verzehrständen lange Schlangen standen, sondern auch an den Knappenkartenverkaufsstellen (aber abgesehen davon hab ich bei allen Besuchen hier nicht einmal den angeblich zeitlichen Vorteil gegenüber der Barzahlung erlebt).
So durften einige von uns die Ausweichkollektion des VfL erst einige Minuten nach dem Anpfiff bewundern. Ganz großer Sport, den sich einige da ausgedacht haben. Mit so einer Farbe kann man vielleicht auflaufen, wenn klar ist, dass man mit seiner Truppe sowieso alles niederwalzt, aber doch nicht, wenn man einfach davon ausgehen muss (bezogen darauf, das die Konkurrenz um den Abstieg im Vergleich zum Vorjahr eher kleiner geworden ist und man mit einem verhältnismäßig kleinen Etat in dieser Saison geht), grade auswärts öfter mal Backenfutter zu bekommen.
So wurde dem VfL (und somit auch uns) in der folgenden Woche die Kombination Leistung und Trikotfarbe in zahlreichen Medien um die Ohren gehauen. Und dann auch noch beim Nachbarn, hätte da nicht die reguläre Auswärtskollektion gepasst?!
Gegen gar nicht mal starke Heimspieler lagen wir dann auch zur Halbzeit 0:2 hinten. Zu dem Zeitpunkt wäre ich auch gerne wieder in den Bus gestiegen. Hat schon alles keinen Spaß mehr gemacht.
Überhaupt war die Stimmung in einigen Teilen des Bochumer Sitzplatzbereiches sehr gereizt, was neben der dürftigen Leistung auf dem Platz auch an den Ückendorfern lag, welche überall im Bochumer Block saßen. Und das zum Teil in voller Montur. Aber das wirklich schlimme an der Sache ist, dass sie oft neben ihren Bochumer Kollegen gesessen haben, welche ihnen scheinbar die Karten besorgt haben. Echt traurig wie viele Vollhonks in Bochum rumlaufen, denen die Brisanz eines Derbys gar nicht bewusst ist. Eigentlich hätten diese noch eher die Bierduschen verdient, als die Heimfans, welche teilweise den feuchten Frust der Bochumer zu spüren bekamen.
Die Partie ging dann völlig verdient mit 0:3 verloren und die Einstellung dieser Partie lässt einen angst und bange werden vor dem weiteren Verlauf dieser Saison. Die 5000 Bochumer verließen ziemlich bedrückt die Halle.
Vor der Halle ging es dann wieder zum Bierstand, dort wurden auch Chrisse samt Kollegen eingesammelt, welche die traditionelle Straßenbahnfahrt dem Bus vorzogen. Aber das Argument, mit dem Bus wären wir schneller wieder in Bochum, konnte sie überzeugen (dies halte ich im Nachhinein aber für ein Gerücht).
Auf dem Weg zum Bus noch kurz Moppel am SCFV-Gelände gewunken und dann den Pizzastand am Parkplatz angesteuert zwecks Getränkeaufnahme, aber Skandal, das dort verkaufte Billigbier war schon seit Monaten abgelaufen. Also die Dosen der natürlich vollkommen unwissenden Verkäuferin zurück gegeben, bzw. angeboten den Stand schon mal zu schließen und das Geld zurück bekommen.
Ein Hinweis an die Polizei interessierte diese nicht wirklich, man solle mal das Ordnungsamt informieren. Gegen 20 Uhr ging es dann auch, in einem nun etwas volleren Bus, mühselig Richtung Hauptverkehrsstraße, da ringsum jede Menge PKW, hauptsächlich GE, nun ja, wenn sie denn mal aus GE kämen, aber zumindest mit königsblauen Artikeln, aus allen Dörfern der Republik auch von den Parkplätzen dorthin wollten. Und die Besatzung eines Autos neben uns war ganz groß im Faxen machen und darin Beleidigungen gegenüber uns zu gestikulieren. Wenige Minuten später standen sie vor uns im Stau.
Zufällig ging dann die vordere Bustür auf und wenige Sekunden später segelte eine geöffnete, aber abgelaufene und aufgrund dessen noch ziemlich volle 0,5l Dose, nach vormaligem Pfostentreffer, zwischen den Beinen der aufmüpfigen Autofahrer. Natürlich blieb das von der zuvor so desinteressierten Polizei nicht unbemerkt und so holten sie den Werfer zügig aus dem Bus. Die restliche Busbesatzung sollte sich schleunigst den Ort entfernen und wurde vom Verlassen des Busses zurück gehalten. Aber schon nach einigen Metern wurde die Notöffnung getätigt und so ziemlich alle zeigten sich solidarisch, stiegen aus um auf den Sportskameraden zu warten. Dieser durfte dann auch just in diesem Moment wieder in unsere Reihen aufgenommen werden und weiter ging es Richtung Heimat.
Einige Kilometer weiter wurde dann nochmals ein kleiner Aufenthalt an einer Tankstelle eingelegt, um sich mit frischen, kalten und noch nicht abgelaufenen Getränken einzudecken. Nach 21 Uhr war man dann wieder am Sportsfreund, wo sich einige dann direkt weiter aufmachten Richtung Heimat und einige wenige noch im Sportsfreund verweilten. Ich tat letzteres und trat später über einen Abstecher bei McD meinen Heimweg an.

Kasi


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