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Bochum am 23. Mai 2009. Zum ersten Mal seit dem vorletzten Heimspiel
der Hinrunde 2008/09 war das Law wieder entschlossen, ein Spiel des
VfL Bochum zu besuchen!
Die verkorkste Hinrunde, die Mannschaft, der Trainer, die Stimmung,
das Verhältnis der Fans zum Verein und untereinander, Äußerungen
von beiden Seiten, Samstagsschichten
Das Law war verwirrt, lustlos, angepisst. Es wollte doch nur Freude
haben. Hatte es aber nicht mehr.
So zog es vor, die Spiele, des immer noch hochverehrten Vereins, in
einer um die Ecke gelegenen Schänke mit ein, zwei gleichgesinnten
Nachbarn und besserwissenden Neutralretnern zu beobachten. Nicht so
spaßig, aber genauso alkoholisch. Es vermisste seinen Fanclub,
aber seine Prinzipientreue (manche würden es auch Bockigkeit nennen)
ließ kein anderes Verhalten zu.
Nun hatten die Bochumer Jungen uns 2008 zum Anlass unseres 25jährigen
Bestehens eine Busreise zu einem Auswärtsspiel unserer Wahl geschenkt.
Diese fiel, mangels reisenswerterer Ziele ins europäische Ausland,
auf das letzte Auswärtsspiel der Saison.
Da dies traditionell von den Jungen als Saisonabschlussfahrt genutzt
wird, viele Treue gemeldet hatten und der VfL dank großem Kampf
gegen Frankfurt gerettet war, versprach es eine lustige Butterfahrt
mit illustrer Besatzung ins Land des närrischen Frohsinns und der
sexuellen Toleranz zu werden. Das Law freute sich und wurde nicht enttäuscht.
Treffpunkt der Treuen war um 10 Uhr am Bochumer Hauptbahnhof. Ein Angebot,
das vom Law aufgrund einer gegensätzlichen Anreiseroute und eines
zu frühen Zeitpunktes nicht in Anspruch genommen wurde. Man kann
schließlich nicht nach so langer Zeit gleich wieder von 0 auf
100, und so setzte es sich um 10.37 Uhr in den Bus gen Wirtshaus.
Bevor es in die Linie 308/318 umstieg, versorgte es sich noch mit ausreichend
Rauchwerk und ließ die erste StraBa erst mal an sich vorbeisausen.
Auch wenn es die VfL-Bahn war und Anja und Roger mit ihr reisten, das
Law hätte sich zwischen Kippe und einem kurzen aber intensiven
Sprint entscheiden müssen. Um kurz nach 11 Uhr an der Landwehr
war noch früh genug!
Dort angekommen war die Freude groß. Bis auf ganz wenige Ausnahmen
waren nur bekannte Gesichter anzutreffen. Reichlich Bochumer Jungen
natürlich, einige Bochum Loyal R.S.C. (ein paar Bilder der Tour
auf deren Homepage)
und insgesamt 14 (?) Treue hatten sich zu Bier und Brötchen eingetroffen.
Nach reichlich Begrüßungen wollte das Law nicht gleich so
tun, als sei es nie weg gewesen, und so unterhielt es sich erst mal
fußballfremd mit dem langen Ingo von den BoJus über das vergangene
"In Extremo"-Konzert vom Mittwoch und gute alte Speedmetal-Zeiten
in der Zeche.
So warm geworden, entspannte man sich zusehends, trank seine Bierchen,
aß ein halbes Brötchen mit Käse (was an fester Nahrung
für den Rest des Tages reichen musste) und guckte pfeifend in eine
andere Richtung, als Lobo, der oberste BoJu, um Hilfe beim Transport
von 16 Kisten Bier (die übrigens spendiert wurden) aus der Kühlung
in die Kühltaschen und dann in den Bus bat. Die Verpflegung war
also gesichert und das Law sah nicht mehr ein, warum es weiter außerhalb
des Reisegefährtes verweilen sollte.
Die Treuen hatten sich Plätze im vorderen, oberen Bereich mit bester
Aussicht gesichert. Leider wurde hierbei vergessen, dass auch die Bochumer
Jungen einen Roger haben und so mussten der unsrige und seine Anja,
natürlich als letzte aus dem Wirtshaus kommend, mit einem Platz
in den Niederungen des Busses vorlieb nehmen. Nicht so schlimm, denn
über Mikro und Bordkamera konnten wir jederzeit in Kontakt treten.
Keiner war also einsam, jeder hatte seinen Nebenmann (das Law den Kasi,
der übrigens kein Lautsprecher ist) und einer gemütlichen
Butterfahrt stand nichts im Wege. Mit den üblichen Begrüßungsreden
durch Busfahrer, Gastgeber und Zornes Dank an diese ging es ins lustige
Rheinland.
Größtes Problem auf solchen Reisen ist, wie der geneigte
Leser vielleicht nachvollziehen kann, das Wasserlassen. Spätestens
beim Erreichen der Autobahn, also nach 15 Minuten und ein oder zwei
Flaschen Bier, bilden sich erste Schlangen. Lobo hatte wirklich an alles
gedacht, aber nicht an einen zusätzlichen Abort.
Das Law war lange Zeit erstaunlich entspannt, aber als es zu einem größeren
Stau kam und der angekündigte Halt in Remscheid in weite Ferne
rückte, konnte es sich irgendwann nicht mehr länger an Moritz
Fiege und niveaulosem Gerede erfreuen. An dieser Stelle noch einmal
herzlichen Dank für den Vortritt. Das Law muss mitleiderregend
ausgesehen haben. Aber welcher Depp plant eine Baustelle ausgerechnet
zu einem Tag, an dem tausende und abertausende Bochumer die Autobahn
frequentieren werden?!
Irgendwann hielt es niemand mehr aus und ein Nothalt, von Bomber gewohnt
humorig kommentiert, führte uns in ein Gewerbegebiet, in dem zumindest
ausreichend für Sicherheit gesorgt war. Feuerwehr, THW, ADAC und
Dekra - die Busbesatzung konnte doppelt entspannen.
Etwas verspätet erreichten wir Remscheid, wo die BoJus ihre traditionelle
Verlosung der Dauerkarte des viel zu früh verstorbenen Uli durchführten
und schließlich auch, nach einer launigen Weiterfahrt, die Domstadt.
Die Sonne schien, der Wald war kühl und der Tross bewegte sich
zum Platz. Alles war friedlich, gutgelaunt und es gab, nach kurzer Diskussion
über die Wegfindung, noch etwas Zeit, ein kühles Bier zu ordern.
An dieser Stelle ein kurzes Statement zum Thema Gerstensaft: Kölsch
muss man mögen. Das Law mag es nicht und hat, nach einem Vergleich
zwischen diesem inner- und außerhalb des Stadions, eine sein Weltbild
bedrohende Feststellung gemacht: Das Zeug schmeckt ohne Alkohol weniger
schlimm als mit.
Egal, wir waren ja wegen des Fußballs vor Ort ;o)
Das Stadion ist ganz nett, die Stimmung nicht schlecht, aber warum bauen
die bei mehreren Stockwerken keine Fahrstühle? Und was soll dieses
bescheuerte Glasdach? Bei so einem Wetter kann man in diesem Treibhaus
vielleicht Tomaten züchten, aber nicht ohne Hitzschlaggefahr ein
Spiel beobachten.
Reichlich Bochumer waren zugegen, immerhin ging es nach einer mistigen
Saison um nichts mehr, und machten auch eine brauchbare Stimmung. Ultras
auf beiden Seiten demonstrierten, mit Bezug auf den Geburtstag unseres
Grundgesetzes, gegen die Erfassung in Dateien.
Etwas albernen, stinkigen Rauch gab es auch und natürlich die unvermeidlichen
Diskussionen, ob Koller weg muss oder nicht (das Law hat hierzu seine
eigene Meinung, wird sie aber auf dieser Seite nicht kundtun), ansonsten
war alles angenehm. Der VfL ging durch Klimo in Führung und schoss
auch noch ein zweites Tor durch Yahia, allerdings in die falsche Richtung.
Köln machte ordentlich Druck, scheiterte aber immer wieder an sich
selbst oder unserem gut aufgelegten Keeper. Wäre auch noch schöner,
wenn wir dem Scherz ein Abschiedsgeschenk gemacht hätten.
Mehr gibt es von jemandem, der nicht viel Ahnung vom Fußball hat,
eigentlich nicht zu sagen. Wichtiger waren dem Law noch die Begrüßung
lieber Bekannter, sowie ein freundliches Bewerbungsgespräch in
der Halbzeitpause.
Nach einer recht emotionslosen Verabschiedung der Spieler kam, während
die Kölner sich ihre Zeit mit Luftballons vertrieben, zum Schluss
noch einmal gute Stimmung auf: Hamburg hatte durch ein klares Abseitstor
in der Nachspielzeit doch noch in Frankfurt gewonnen. Nicht dass uns
die Hamburger besonders am Herzen liegen, aber
hihihi! Roland versuchte
natürlich ob dieses Ergebnisses sofort Kontakt mit der Heimat aufzunehmen.
Das Law hatte ähnliche Überlegungen, beschloss aber, seinen
Schwager nicht weiter zu provozieren. Dazu hatte man in letzter Zeit
einfach zu viel gemeinsam durchgemacht. Treppensturz beim Treckerfest,
dem Law tut heute noch der Arm weh!
Aber wir schweifen ab. Die Saison war beendet und nach einer kurzen
erotischen Einlage (unsere Freunde von Block A hatten sich für
Oberkörper frei entschieden) ging es Richtung Parkplatz im Grünen.
Das Law verlor kurzfristig Orientierung und Einheit, sodass es ohne
Begleitung den Bus erreichte. Viele waren bereits anwesend und so schaffte
es, trotz verzweifelter Durchsuchung sämtlicher Lager- und Stauräume,
nicht, ein letztes kühles Fläschchen der 16 Kisten zu ergattern.
Der Fahrer griff seine Reserven an, die zwar nicht von Moritz und Kühlung
waren, aber halfen, den schalen Kölschgeschmack aus dem Hals zu
kriegen.
So harrte man der Abfahrt und freute sich bereits auf einen gemütlichen
Ausklang in heimischen Gefilden. Fast die gesamte Besatzung hatte bereits
ihre Plätze eingenommen, nicht ahnend, dass die Reiseleitung noch
einen Überraschungsprogrammpunkt aus dem Bereich Abenteuer- und
Erlebnisreise für uns bereit hielt. Sie hatte nämlich eingeborene
Gäste geladen, die noch für etwas Animation vor der Abfahrt
sorgen sollten.
Ein Dutzend Rheinischer Frohnaturen näherten sich in lockerer Formation
unserem Gefährt und begannen mit aggressiv-provozierenden Gesten,
die Bochumer Gesellschaft zum Sport aufzufordern. Wie so oft in diesen
Fällen zierten die Reisenden sich zunächst ein wenig und waren
nicht so recht bereit, das Angebot anzunehmen. Also wurde man etwas
konkreter und begann einem ausgesuchten Gast auf den Kopf zu klopfen.
Anja, auf sämtlichen Wanderwegen Europas zu Hause, hielt von dieser
Art der Freizeitgestaltung überhaupt nichts und versuchte noch,
den weiteren Verlauf zu verhindern. Es war zu spät! Der Bann war
gebrochen, und ein Haufen alter Männer war wild entschlossen, sich
ein wenig Bewegung zu verschaffen. Mehr und mehr der Insassen entströmten
dem Bus (wobei einige der ersten seltsamerweise am weitesten vom Ausgang
entfernt saßen) und die Augen der Animateure weiteten sich. Einen
so begeisterten Ansturm auf ihr sportliches Angebot hatten sie nicht
erwartet. Nach einem kurzen Moment misstrauischen Abtastens, klopfte
es nun in die andere Richtung, alte Herren stürmten knietief durch
Laub und Unterholz, während die Unterhaltungstruppe überrascht
zurückwich (wie dem Law zugemunkelt wurde, wird einer wohl heute
noch durch den Wald rennen, wenn ihn keiner aufgehalten hat). Dieser
Übermut war zu viel des Überschwangs - obwohl man von großgewachsenen,
sportlichen Kerlen Mitte Zwanzig bis Anfang Dreißig hätte
mehr erwarten können.
Nun schien die Reiseleitung vergessen zu haben, den (oder heißt
es das?) Event bei den örtlichen Behörden anzumelden. Jedenfalls
sah das Law (übrigens sehr zurückhaltend bei der ganzen Angelegenheit)
zwei berittene Kollegen des Saalschutzes stramm auf den Ort des Geschehens
zugaloppieren. Diese reichten dann auch aus, den Ringelpiez zu beenden.
Die Touristen hatten eigentlich überhaupt keine Lust mehr, während
das Animationsteam scheinbar froh war, dass nicht noch mehr Kleidung
zerrissen und T-Shirts mit Aufschriften wie Kölsch Bloot (oder
so ähnlich) allzu wörtlich genommen wurden. Außerdem
hatte Hobby-Streetworker Dodo ihnen in einfühlsamer Art und Weise
mitgeteilt, dass jede weitere Zurückhaltung ihrem Wohlbefinden
nur zuträglich sein könne. Die Ortsansässigen zogen in
staatlicher Begleitung in die Tiefen des Waldes, während die Reisegruppe
fröhlich den Bus bestieg und nun endgültig der Ankunft in
heimischen Gefilden entgegensehnte.
Bei allem Sinn für humorige Zerstreuung sollten an dieser Stelle
ein paar ernste Worte und Ratschläge an unsere flüchtigen
Bekannten nicht unausgesprochen bleiben:
1. Wenn ihr meint, in einem Bus mit Gästen leichte Beute gefunden
zu haben, schaut demnächst genauer nach, ob sich auch wirklich
nur harmlose Frauen, Kinder und gebrechliche Rentner darin aufhalten
oder
2. sucht euch eine Gruppe aus, die die gleichen Interessen verfolgt
und lasst andere in Ruhe und
3. unterschätzt niemals alte Leute, aber am besten
4. ihr lasst so einen Quatsch gleich bleiben!
Wie dem auch sei, das Law hatte, wie alle anderen auch, seinen Platz
eingenommen und war froh, dass für die Rückfahrt genügend
Gesprächsstoff zur Verfügung stand.
Bis auf Kasis zerbrochene Brille, die nun jedem Träger ein gewisses
Terminator-Aussehen verlieh, konnte es keine weiteren Schäden registrieren.
Die Heimreise verlief entspannt, redselig, mit typischer Gesangskultur,
einer kurzen Rast, die das Law nutzte, seine Vorräte zu ergänzen,
und einem Dank unseres Vorsitzenden an die BoJus für die überraschende
Erweiterung der Programmgestaltung.
In unserem geliebten Bochum angekommen, wurde der Tag noch gebührend
gefeiert. Zu AC/DC, Rammstein und vielen weiteren Stimmungshits wurde
noch einige Stunden gesungen, umarmt und auf den Tischen getanzt. Ein
paar Getränke sollen auch noch konsumiert worden sein. Einige Treue
entfernten sich dann vom Ort des Geschehens, um die eigene Gastronomie
aufzusuchen. Was sie noch erlebten, kann das Law hier nicht berichten.
Es war vor Ort zufrieden und irgendwann auch sehr glücklich ob
der Tatsache, in Reihen der BoJus einige Verwandte zu besitzen. Sportwarts
Nichte erklärte sich jedenfalls bereit, nicht nur diesen, sondern
auch den Verfasser dieser Zeilen ins herrliche Südbochum zu befördern,
wo wahrscheinlich der eine zu Frau Sportwart und der andere sicher zu
Frau Law in die Federn fielen.
So, das soll es an dieser Stelle gewesen sein. Sollte das Law die ein
oder andere Begebenheit vergessen oder falsch dargestellt, nicht so
richtig in Schreibform gewesen sein und Euch so nicht ausreichend unterhalten
haben, bittet es um Nachsicht. Lange ist es her, die Lust war verflogen,
was sich eben auch auf die daran unschuldige Homepage der Treuen auswirkte.
Die Auszeit war irgendwie notwendig, aber das Law hat auf dieser Reise
festgestellt, was und wen es ein halbes Jahr vermisste (auch wenn es
an den Treuen-Veranstaltungen außerhalb der Spieltage weiter regelmäßig
teilnahm) und welcher Spaß ihm auch entgangen ist. Es beschließt,
sich nicht weiter von, am Anfang erwähnten, Nervtötereien
runterziehen und alles entgehen zu lassen.
Mehr als 35 Jahre Anhänger des VfL, 26 Jahre VfL Bochum Fanclub
"Die Treuen", 20 Jahre Mitglied!
Tränen, Ängste, Kopfschmerzen und blaue Augen ;-) Ärger
mit Fans, Verein, den Lieben daheim und der Obrigkeit - Abstieg, Aufstieg,
Abstieg - viel verloren, kaum was gewonnen - viel Enttäuschung,
kaum freudige Überraschung - dafür haufenweise Kohle - nur
belächelt von verhassten Nachbarvereinen, verhasst von belächelten
Ostwestfalen - Auswärtsspiele manchmal auch zu Hause - die graue
Maus als Vereinsidentität - dumme Sprüche von Arbeitskollegen,
Nachbarn und Verwandten
Wie heißt es zum Schluss des kultigen Films "Football Factory"?
"Am Ende muss man sich fragen, ob es das wirklich alles wert war
Natürlich war es das!"
Euer Law
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