06.08.05 Saarbrücken-VfL Bochum

Na toll! Onkel Kasi lässt mich glauben, er wolle einen Bericht über unsere erste Unternehmung mit Linie 83 in der neuen, geilen 2. Liga-Saison schreiben und plötzlich stellt sich heraus, dass alles nur ein Missverständnis war.
Wusste ich schon einen Tag nach den Geschehnissen nicht mehr detailliert, was der Tag so gebracht hatte, wabert nun nach Wochen ein dichter Nebel des Vergessens über den Ereignissen.
Daher eine recht knappe Zusammenfassung:

Während des Fanclub-Cups sprach Moppel davon, dass doch eine recht hohe Nachfrage bezüglich eines Busses in Richtung Saarland bestehen würde und ich sagte für mich und mein holdes Eheweib auch gleich zu. Das Saarland war bisher immer noch eine Reise wert und - Ärger über den Abstieg hin, alberne Anstoßzeit am Samstagmittag her - ich hatte ziemliche Auswärtsentzugserscheinungen und so richtig Bock auf Linie 83.
Am sehr frühen Samstagmorgen traf sich eine bunt gemischte, hoch erwartungsvolle und reisefreudige Truppe , die noch einige Zeit auf eine mal wieder verspätete Person warten musste, bevor es dann endlich losgehen konnte.
Die ganz genaue Zusammensetzung der Besatzung ist mir nicht mehr bekannt, es waren aber eine zur Urlaubsteit recht positive Anzahl von Treuen anwesend. Einmal weil Martin überraschend und entgegen seinen Ankündigungen zu uns stieß, Chrisse ebenfalls nicht ganz erwartet dabei war, insbesondere aber, weil Robert nach Jahren der Verdammnis seiner Gruft entstieg und uns gleich wieder mit seinen Spezialitäten vertraut machte: Alle möglichen Biersorten, wild gemischt und nur in den seltensten Fällen genießbar, befanden sich in seiner prall gefüllten Fan-Kühltasche und palettenweise Büchsenbier aus den Niederlanden stand der Allgemeinheit zur Verfügung.
Im Ernst: Schön, dass Du wieder dabei bist, Robert!

Die Reise verlief lustig aber ohne besondere Vorkommnisse — das Übliche halt.
Komplexe Themen und Problematiken aus den Bereichen des Alltags, der Politik, der Sexualität aber auch aus Sport und Musik wurden von den Treuen in kontroverser aber fairer und souveräner Art und Weise ausdiskutiert und erörtert. Eben der gewohnt hohe intellektuelle Standard bei Abwesenheit des Vorstandes.

In Saarbrücken angekommen, hatten wir noch reichlich Zeit bis Spielbeginn, konnten trotz einer direkt an der Haltestelle gelegenen Biebude das geistige Niveau einigermaßen halten. Der Ultra-Bus und der U16-Bus fuhren ein, die Szenekundigen Beamten kamen und so gab es allerhand zu bereden.

Man durfte zwar nicht Pipi, wo man wollte, ansonsten herrschte aber eine entspannte Atmosphäre. Gut, ein Ordner am Einlass wollte mich ein zweites Mal kontrollieren, ich wies ihn in meiner gewohnt liebenswürdigen Art darauf hin und er reagierte schroff mit einem "Bist du aggressiv?". Das war aber auch schon alles an Disharmonien.

Im Stadion sollte sich dieses auch nicht ändern. Es gab was zu trinken, die Stimmung unter den gut 1.000 Bochumern war ganz o.k., ein wenig Rauch und der VfL gewann nach der nicht wirklich erbaulichen ersten Halbzeit noch standesgemäß mit 4:0 durch Tore von Edu und Zwetschge.
Zufrieden ging es nach Hause.

Auch die Rückfahrt verlief ruhig und gesittet, allerdings ließen wir nun den geistigen Anspruch etwas schleifen. Naja, jedenfalls wurde das Lied vom einsamen Cowboy, der in der Prärie nichts zu vögeln findet und darum alles mit der Hand machen muss, zum absoluten Renner. 20-30 mal hintereinander und wenn ein anderes Lied gespielt wurde, lief der arme Cowboy mit Sicherheit sofort danach wieder.
Ob dies im Sinne der unserem Bus neu Hinzugestiegenen (u.a. ein in der Szene bestens bekannter Sportwart), die sich eine nervig-stressige Zugfahrt ersparen wollten, war, ist mir persönlich nicht bekannt.
Ach so, eine nicht ganz so schöne Angelegenheit sollte hier noch kurz Erwähnug finden: Der Kühltaschenskandal!
Was das ist? Nun, ich möchte hier nicht weiter darauf herumreiten, aber gewisse Leute sollten doch ein wenig mehr Verständnis aufbringen, wenn ich ahnungslos meine Tasche aufsuche und diese zerstört vorfinde. Der Deckel abgerissen, der Reißverschluss zerstört! Das ist keine Lappalie! Aber lassen wir das.

In Bochum nahm dann mein wirklich schlimmes Schicksal seinen Lauf. Das Law fügte seiner unendlichen Geschichte, in der es mit diversen Elektroartikeln auf Kriegsfuß steht, ein weiteres Kapitel hinzu.
Frau Law begab sich vernünftigerweise in Richtung heimisches Wasserloch, während Herr Law ja noch unbedingt diverse Treue zur Conny begleiten musste.
Das Law saß irgendwo zwischen Macke (der von einer ihm schäbbig vorkommenden Dame angehimmelt wurde) und dem Martin, wollte sich beim Knobeln nicht beteiligen und fuhr irgendwann nach Hause, um dort festzustellen, dass sein Handy futsch war, ist und sein wird. Bei Conny noch benutzt, war es nicht mehr auffindbar und ist für immer verloren, gestohlen oder sonstwas!
Aber immerhin, das Law hat die Kamara in Sicherheit gebracht, und kann somit hier noch ein paar weitere Fotos präsentieren.

Demnächst wieder mit mehr Erinnerungen,
Euer manchmal unkonzentriertes Law


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