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Vor einigen Jahren entschloss sich unser Club, da es den VfL ja immer
wieder regelmäßig zu Spielen dorthin verschlägt, in
der südlichen Region unseres Landes eine Niederlassung der Treuen
aufzubauen. Auserwählt diese aufzubauen wurde Blumi, der sich nun
zwar dort Job und Frau suchen musste, aber diese ersten Schritte mit
Bravour bewältigte. Aber wichtig für uns war ja ohnehin nur,
in der Nähe Münchens einen Ort der Einkehr zu haben.
Da dieser ja nun gegeben ist, bot es sich für uns eigentlich an,
zum letzten Saisonspiel in der zweiten Liga nach Unterhaching zu fahren
und gleich das ganze Wochenende in Bayern zu verbringen. Zudem bot der
BOZ ein sehr günstiges Angebot von Samstag bis Sonntag für
Hin- und Rückfahrt.
Trotz dieser günstigen Voraussetzungen konnten sich nur wenige
Treue durchringen (oder waren halt beruflich oder sonst wie verhindert),
Samstag gegen 5.50Uhr den Bahnsteig zum ICE Richtung Mannheim zu entern.
Diese waren Anja, Roger, Roland, Zorne und ich ( Chrisse musste leider
kurzfristig arbeiten und auch unser Sozialarbeiter zog seinen beinahe
vergessenen Hochzeitstag dieser Fahrt vor). Aber ganz alleine waren
wir ja nicht, denn auch der Staat von Bochum-Ost, allerdings ohne König
und Gemahlin, wollte das Wochenende in München verbringen. Außerdem
noch ca. 25 Leute der Ultras Bochum, die mit ihren Freunden der Schickeria
München die Münchener Meisterschaft feiern wollten. Reiseleiter
war Rudi der mit seiner Frau und einer Gummipuppe (ein Geschenk für
befreundete Bayern) die Vorhut der Bochumer Jungen bildete (welche am
Sonntag folgen wollten), da Rudi von Organisator Marwan, das Gruppenticket
erhalten hat.
Also suchten wir uns ein nettes Plätzchen mit Tisch, um ein von
mir gesponsertes (Schulterklopf) 5-Liter-Fäßchen Diebels-Pils
zu trinken (okay, es musste halt weg, das Haltbarkeitsdatum war schon
nicht mehr lesbar).
Im Zug waren erstaunlicherweise noch keine Schwarz-Gelben zu sehen,
aber auch so erklangen schon bald irgendwoher die ersten Gesänge
aus Bochumer Kehlen. Und da der Zug sich immer mehr füllte, gab
es auch irgendwann die ersten Beschwerden einiger Mitreisender und der
Schaffner drohte mit Rausschmiss und BGS. Aber dann kam das Umsteigen
in Mannheim und es hieß "Neues Spiel-neues Glück".
Ach ja, in Mannheim waren es dann schon etliche, die aus welchen Trieben
auch immer, in Schwarz und Gelb gekleidet waren. So blieben Schmähgesänge
und Beschimpfungen nicht aus und auch Bierflaschen aus Dortmunder Richtung
zerschepperten auf dem Bahnsteig, aber sonst nichts Dramatisches passiert.
So suchten wir uns im neuen Zug die für uns reservierten Plätze
und ergatterten so ein Abteil. In diesem wechselte die Belegschaft aber
häufig, mal saßen einige Ostler, mal ein paar Ultras dabei.
Alles in allem eine ziemlich spaßige Angelegenheit.
Und wieder drohte ein Schaffner (nach eigener Aussage ein herzensguter
Mensch, der aber auch ganz anders kann) mit Rauswurf, weil angeblich
geraucht wurde. Auch die folgende Schaffnerin verkündete dies,
und sagte sie würde schon über uns Bescheid wissen. Aber auch
dies blieb ohne Folgen.
So erreichten wir München, wo der Leiter unserer Niederlassung,
Blumi halt, schon pflichtbewusst auf uns wartete. Nach der Begrüßung
standen wir noch einen Moment am Bahnsteig, um die abwandernden Reisemassen
zu beobachten, darunter natürlich auch viele in Schwarz-Gelb. Und
bevor wir ihnen unsere Abneigung kundtun konnten, kamen die ersten Bekannten
in diesen Farben auf Blumi zu und begrüßten ihn herzlich.
Angeblich alte Bekannte aus seinen Wittener Zeiten (vor seiner Verbannung).
Während Roland noch vor sich hinbrummelte, es würde ja jetzt
reichen die Gelb-Schwatten zu begrüssen, stürmte ein Mädel
in einem Trikot in eben diesen Farben auf ihn zu und begrüßte
ihn herzlich. Dazu jetzt kein weiterer Kommentar .
Danach ließen wir uns in einer Bahnhofsschänke nieder und
warteten auf die IchweißdenNamennichtmehr-Bahn Richtung Valley
(Ort der Niederlassung).
Diese dann geentert und nach einer knappen halben Stunde den Bahnhof
in ? erreicht, wo auch Blumi sein Auto geparkt hatte. Schnell noch Anja
und Roger an ihrer Schlafstätte rausgelassen, um dann bei Blumi
eine leckere Brotzeit einzunehmen.
Nachdem Anja und Roger dann auch wieder dazu gestoßen waren, ging
es in eine Sportkneipe, schließlich wollten wir ja den letzten
Spieltag der 1.Bundesliga mit Absteiger und Vizemeister sehen. Dort
trafen dann auch Blumis Caroline und seine Mutter ein. Danach noch das
herrliche Wetter genutzt und in den Biergarten gesetzt. Aber danach
siegte die Vernunft und man machte sich auf Richtung Niederlassung,
um zumindest kurz mal die Augen zu schließen. Denn es stand ja
noch der Abend in einem Partyzelt einige Dörfer weiter an.
Gegen 21 Uhr also wieder los (Anja und Roger zogen es leider vor auf
ihrem Bauernhof zu bleiben) und von Caroline zum Festzelt gefahren.
Während sie wieder heimfuhr, hatten wir nun einen schönen
Abend mit einer Coverband, "Face" war glaub ich der Name,
die hauptsächlich Rockstücke spielte und wirklich gut war.
In der Halle waren übrigens kaum Sitzgarnituren vorhanden, sondern
wirklich alles auf Konzert ausgerichtet. Und von denen wurden später
auch noch die meisten weggeräumt, wegen des großen Andrangs.
Ich hab aber trotzdem eine Gelegenheit für ein kurzes Schläfchen
gefunden. Gegen 2 siegte dann der Drang nach Hause zu fahren und dankenswerter
Weise holte Caroline uns auch wieder ab. Also alle ab erschöpft
ins Bett, also alle bis auf Blumi, der mit Magenproblemen die Nacht
auf der Couch verbrachte.
Um 11 Uhr standen wir dann auf, trafen einen verkaterten Gastgeber und
auch die ausgeschlafenen Anja und Roger. Ein von Blumis Mutter gedeckter
Frühstückstisch erwartete uns und nach kurzer Zeit wurden
auch schon wieder die ersten Biere geköpft. Danach musste es aber
auch losgehen, denn schließlich waren wir um 13 Uhr mit den Ultras
und Bochum-Ost im Biergarten der Spvgg. Unterhaching verabredet. Mit
zwei Autos dann nach Haching gefahren, kurz Proviant für die Rückfahrt
nach Bochum organisiert, und bei leider regnerischem Wetter am Stadion
eingetroffen, wo auch schon die bekannten Gesichter vom Vortag weilten.
Und auch die sahen nicht alle frisch aus. In der Stadiongaststätte
weilten derweil schon die Bochumer Jungen und mit der Zeit trafen immer
mehr bekannte Leute ein. An Treuen kam natürlich noch Macke dazu
und auch Moppel war schon länger zugegen. Und auch die ersten Dresdener,
die ja unbedingt einen Bochumer Sieg brauchten, ließen sich im
Biergarten blicken.
Wir gingen dann auch aufgrund einer Schlechtwetterfront in die Gaststätte.
Während die meisten, dann zum Anpfiff in den Block gingen, blieb
ich mit einer ganzen Reihe anderer Leute in der Stadiongaststätte.
Man muss dazu sagen, dass man von dort auf das Spielfeld sehen kann.
Außerdem lief Premiere und man hatte die anderen Partien im Blick.
Zur zweiten Halbzeit kam dann die Sonne raus und so ging ich dann in
den Bochumer Block, wo ungefähr 800 Bochumer vor Ort waren. Zwei
Blöcke weiter dann ungefähr 150 Dresdener. Insgesamt waren
ungefähr 6000 Zuschauer im Stadion, also das war schon etwas enttäuschend,
da es für Haching ja um den Klassenerhalt ging. Schon aus diesem
Grund hätte ich eher Dresden den Klassenerhalt gewünscht.
Die meisten Bochumer sahen das aber anders und freuten sich am Ende
mit Unterhaching, denn das Spiel endete ja 0:0 und somit war Dresden
trotz des Sieges in Rostock abgestiegen. Nach kurzem Feiern der Mannschaft
und des Zweitligameistertitels gingen wir zu Blumis Auto um unsere Taschen
und Getränke zu holen. Dann kam der Abschied von unserem Gastgeber
und wir machten uns auf den Weg zur S-Bahn-Haltestelle (und der Weg
war ganz schön lang). Dort standen schon die Ostler und einige
Dresdner. In der Bahn machten dann die Dresdner ein wenig Stress und
wurden von den Sicherheitsleuten abgeführt. In München dann
den ICE geentert, wo neben den Mitfahrern der Hinfahrt noch die Bochumer
Jungen hinzukamen. Die anderen Bochumer (unter anderem Macke) vom Sonntags-BOZ
nahmen den ICE eine Stunde später. Ob sie soviel Spaß hatten
wie wir, wage ich allerdings zu bezweifeln. Denn unsere Rückfahrgemeinschaft
war schon klasse, ich glaub wir haben uns alle gesucht und gefunden
an diesem Tag. Super viel Spaß gehabt und oft auch mehr als ein
Bier in der Hand. Besonders Spaß gemacht hat es mit den Ultras.
Erwähn ich jetzt einfach mal, weil mit den Jungen und den Ostlern
haben wir ja schon oft geil gefeiert, aber mit den Ultras kam das ja
noch nicht so oft vor. Aber in dem Zug war einfach nur eine geile Truppe
an älteren und jüngeren Fans. Da kann man hoffen, dass es
nächste Saison so weiter geht.
Kurz nach eins waren wir dann in Bochum angekommen und zum Abschluss
dieses geilen Wochenendes gingen Roland und ich noch auf einen Absacker
ins Jedermanns. Aber das war wirklich nur ein Absacker, denn dann wurden
die Taxis genommen und es ging Richtung Heimat.
Dann bleibt zum Abschluss nur noch ein Dank an alle Beteiligten dieses
geilen Wochenendes:
An Bochum-Ost, die Bochumer Jungen, Ultras Bochum, die Leute vom BOZ
und ganz besonders natürlich unserem Gastgeber Blumi, seiner Mutter
und Caroline.
Und zum Schluss natürlich auch die Frage, wer nach Norddeutschland
geschickt wird um dort eine Treuen-Niederlassung zu eröffnen?!
Der Kasi
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