15.08.04 VfL Bochum-Leverkusen


Das Ende der Sommerpause - jedenfalls für mich. Aufgrund meines Aufenthaltes in der Sommerfrische, konnte ich den eigentlichen Saisonstart in Berlin lediglich in einer Kaschemme im Rahmen der Premiere-Konferenz leidlich verfolgen. Allzu viel verpasst habe ich dabei wohl nicht.
Auch das erste Heimspiel wäre nur schwer pünktlich zu besuchen gewesen, aber da Bochum gleich eins dieser, von mir weiterhin verteufelten, Sonntagsspiele erwischte, konnte ich in Ruhe am Samstag die Heimreise antreten und mich mit leicht mulmigem Gefühl am Sonntag zum Stadion aufmachen.
Dort angelangt, stellte ich beruhigt fest, dass sich nicht wirklich viel verändert hatte. Also gab es die üblichen Begrüßungen und das übliche Bierchen, bevor ich im Stadion auf zwei Neuerungen traf:
Zwar war unsere üble Beschallungsanlage (noch) nicht erneuert worden, aber unsere hypermodernen Videotafeln waren installiert. Im Vorfeld wurden bereits einige Stimmen laut, dass diese wieder ein Schritt in Richtung zunehmender Kommerzialisierung und somit abzulehnen seien. Dem gemeinen Fan bringen diese Dinger in meinen Augen auch nicht besonders viel. Ein paar belanglose Filmchen, ein paar Spielszenen, bei der Mannschaftsaufstellung kann man jetzt bestaunen, wie unsere Helden aussehen, wenn sie (teilweise etwas dämlich) in die Kamera grinsen und falls man als Zuschauer auf der Leinwand auftaucht, bietet sich nun die Gelegenheit, einmal lustig für die Oma zu winken - wer's braucht, ich brauche es nicht. Aber wenn sich aktuelle oder potentielle Sponsoren durch das Teil besser repräsentiert fühlen, ist das sicher in Ordnung. Wir ham gezz halt auch Video - toll!
Die für mich wirklich wichtige Änderung ist, dass Martin, der irgendwo im oberen Bereich sitzende Chrisse und ich im Block A nicht mehr so alleine sind: Vier Treue (Macke, Bomber, Roger, Schweppes) und einige Bekannte wurden uns vom Vorstand als Geleitschutz zur Verfügung gestellt und sitzen nun in der Reihe direkt vor uns. Prima! Nicht nur, dass es immer schön ist, ein paar Freunde und Bekannte um sich herum zu haben - nein, jetzt bleibt uns endlich die Spannung vor den Spielen erspart, welche Knallköppe sich diesmal vor uns niederlassen und uns die Laune verderben werden.
Überhaupt scheint es in Block A zur Zeit so auszusehen, dass nicht mehr viel Platz für irgendwelches "Fremdvolk" übrig ist. Offensichtlich ist der Großteil an meist supportwillige Dauerkarteninhaber vergeben. Neue und mehr Vertreter bereits vorhandener Fanclubs haben sich ebenso eingefunden, wie neue "freischaffende" VfLer, so dass es hier für die kommende Saison sehr lustig zu werden verspricht.
Die Ostkurve hat da allerdings noch ein bisschen Nachholbedarf. Die Stimmung wechselte während des Spiels eher zwischen annehmbar und ruhig - aber das wird hoffentlich noch besser werden. Die Spieler auf dem Platz haben auf jeden Fall ihren Teil dazu beigetragen.
Von Beginn an entwickelte sich ein munteres und spannendes Spielchen, mit vielen Torszenen auf beiden Seiten. Leider konnte der VfL, nach zweimaliger Führung durch Lokvenc und den besten Mann auf dem Platz Preuß, am Ende nur einen Punkt auf dem Konto verbuchen. Dies mag unter anderem auch an den schlechtesten Männern auf dem Platz gelegen haben - dem Schiedsrichtergespann. Sie verweigerten Leverkusen einen und Bochum zwei mögliche Elfmeter, vor allen Dingen aber gaben sie ein astreines Tor von Lokvenc nicht. So kam, was kommen musste: 3 Minuten vor dem Ende nutzte der Gegner die Unkonzentriertheit in der Bochumer Abwehr zum Ausgleich. Offensichtlich hätte sich da ein bekanntes Commando-Mitglied aus dem Lande des Europameisters etwas länger und intensiver dem Linienrichter gegenüber mitteilen müssen. Vielleicht hätten die Herren in Gelb dann verstanden, wie man in Bochum zu pfeifen hat.
So gab es mit dem Schlusspfiff zwar einige enttäuschte Gesichter, alles in allem konnten die gut 26.000 Zuschauer (inklusive des kleinen Häufleins Leverkusener) aber zufrieden sein.
Auch bei mir wich die Enttäuschung über den späten Ausgleich einer gewissen Zuversicht, auch in dieser Saison wieder eine tolle Bochumer Truppe bestaunen und anfeuern zu dürfen. Das Auftreten des Teams beim ersten Heimspiel gibt zu berechtigten Hoffnungen Anlass.
Am Stadioncenter trafen wir auf den treuen Rest und das Folgende zu beschreiben, würde dem geneigten Leser keine neuen Erkenntnisse bringen - also lass ich es.
Es würde mir auch Schwierigkeiten bereiten, zu berichten, mit wem ich noch bei Conny und Elke war (Lüdi? Kasi?...?) und was wir dort erlebten. So um 2 Uhr war ich im Bett, das ich beim Klingeln des Weckers nur schweren Herzens und mit schwerem Kopf wieder verließ. Aber wie heißt es so schön? Wer saufen kann, kann auch...bla bla bla.
Ich werde es wohl nie lernen!

Ein unvernünftiges Law

Lars das Law


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