09.04.05 VfL Bochum-Hannover 96

Der Sieg gegen Wolfsburg und das darauffolgende 2:2 in Gladbach (glücklich, aber hochverdient) ließen ein zartes Pflänzchen der Hoffnung auf den Klassenerhalt in mir aufkeimen.
Erwartungsvoll und mit wesentlich besserer Laune als in den Wochen zuvor verließ ich die Umzugsbaustelle meiner Schwester um mich mit Frau Law auf den Weg ins Stadion zu machen.
Zuvor statteten wir dem Grummer Stübchen einen Besuch ab, wo eine Horde Hannoveraner mit Alkohol im Blut und hässlichen Werbekappen auf dem Kopf nicht zu übersehen waren.
Mit Zörnchen, Toddek, Roland und dem Herrn Präsidenten waren auch einige Treue zu begrüßen. Rübe (denk an die Pins!) traf später ein und Martin, der den BoJus einen Besuch in ihrem neuen Domizil abstattete gesellte sich ebenfalls noch zu uns.
Die Leute von den billigen Stehplätzen verließen uns etwas früher, während Martin und ich noch auf ein oder zwei Getränke verweilen konnten.
Im Stadion war ich doch recht überrascht, dass trotz der misslichen Lage fast 25.000 Menschen den Weg zum VfL gefunden hatten. Umso erstaunlicher, als nicht wirklich viele Hannoveraner ihr Team nach Bochum begleiteten. Verständlich, spielen sie in dieser Saison doch nur noch um die goldene Ananas.
Im Bild sehen wir übrigens Martins Thailand-Fahne, die von einigen Experten vor Monaten als die Nationalflagge Hollands identifiziert wurde, während Martin einer sehr wichtigen Aufgabe nachgeht, nämlich dem Law seinen Sitz zu putzen.
Die Stimmung war wieder wesentlich freundlicher, als zuletzt. Bezugnehmend auf die Vorkommnisse vom WOB-Spiel wurde von den Ultras Transparente am Zaun hochgehalten, die sie als Fußballfans und nicht als Hooligans auswiesen.
Hier einige Bilder:

Über die erste Halbzeit sollte besser der Mantel des Schweigens gehüllt werden. Torchancen waren Mangelware und Hannover war, bis auf den Bochumer Anfangsdruck in den ersten 10 Minuten, eigentlich die bessere, wenn auch keine gute, Mannschaft.
Zur Pause gabe dann auch einige Pfiffe und zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es nur wenig Änderung. Bis plötzlich aus heiterem Himmel das 1:0 für uns fiel. Als Torschütze wurde Maltritz angegeben, es war aber ein Hannoveraner Eigentor.
Hannover hatte in der gesamten zweiten Hälfte keine einzige Torchance mehr, während Bochum nach dem 1:0 doch noch zu gefallen wusste und sich den Sieg mit einigen Tormöglichkeiten und z.T. ansprechendem Fußball verdiente.

Nach dem Abpfiff war ich, im Gegensatz zum WOB-Spiel auch wieder richtig erfreut. Dank der Gladbacher und Mainzer Niederlagen, sind die Nichtabstiegsplätze wieder in erreichbare Nähe gerückt. Nur schade, dass die Clubberer sich am Sonntag haben absetzen können.


Der Jubel zwischen Team und Fans fiel am Ende etwas reserviert aus. Ob es an den letzten Geschehnissen lag oder an dem Wissen, dass trotz des Sieges noch nichts erreicht wurde (insebsondere bei einer Niederlage in Lautern wird der Drops wohl entgültig gelutscht sein) vermag ich nicht zu sagen. Aber spätestens nach einem Sieg in der Pfalz haben wir uns alle wieder lieb, gell?

Nach dem Spiel ging es wieder ins Stübchen, wo die Hannoveraner noch mehr Alkohol im Blut und immer noch die komischen Kappen auf hatten.
Leider konnte die Grümerbaumer Fraktion unseres Clubs nicht vorbeischauen, da für sie nach dem Spiel ein gemeinsames "Essen" anstand. Zorne kommentierte dies treffend, indem er anregte, sich die Teilnehmer später um 3 Uhr im Tauffenbach zu betrachten, dann würde man schon sehen, um was für ein Essen es sich handele.
Egal, also keine Grümerbaumer, dafür konnten wir Kasper mal wieder als immer gern gesehenen Gast in unseren Reihen begrüßen.
Hier versteckt er sich leider und über den Finger wird man noch sprechen müssen.

Nachdem die anderen Treuen sich recht zeitig auf den Heimweg machten verließen Martin, Zorne, Kasi meine Frau und ich später die Lokalität, um den Bochumer Jungen in ihrem neuen Wirtshaus einen kleinen Höflichkeitsbesuch abzustatten. Leider traf ich kein Mitglied meiner Verwandtschaft bzw. nahezu Verwandten an. Man erzählte, sie seien müde oder gar nicht da gewesen oder so.
Aber es gab ja trotzdem ein paar Bekannte, die in eine sinnlose Unterhaltung verwickelt werden konnten, während meine Angetraute das Tanzbein schwang.
Was mein Nachbar aus Block A und mein Präsident taten, ist auf den folgenden Bildern zu erkennen. Während der Präsident sich sittsam mit der Frau bei einem kleinen Plausch zum Bier traf, ging Herr Martin mit ihrem Mann gleich ganz anders zur Sache. Die Genehmigung zur Veröffentlichung des Bildes habe ich mir sicherheitshalber gleich vor Ort erteilen lassen.

Trotz solch herzlicher Atmosphäre entschieden wir uns bald zum Aufbruch. Haus Hase war unser nächstes Ziel. Nach einem, vom Präsi dringend benötigten Boxenstopp, um den schlimmsten Durst zu lindern, einer kurzen Bahnfahrt und einem kleinen Marsch, auf dem wir mehr schwimmen als laufen mussten, erreichten wir dieses. Eagles waren da, auch sonst ein paar Leute, die man vom Sehen kennt und eine Bedienung, die beteuerte, nix gegen mich zu haben, obwohl sie mir vor ein paar Wochen das Gegenteil an den Kopf schmiss ("ich kann dich nicht leiden!").
Aber auch hier hielt es die Nomaden des Bochumer Kneipenlebens nicht lange und bis auf Kasi, der beteuerte uns bald zu folgen, machten wir uns auf, Conny mit unserer Anwesenheit zu beglücken. Wurde auch Zeit, denn unsere Klamotten waren gerade halbwegs wieder abgetrocknet.
Aber wat schreib ich hier überhaupt? Hat das was mit Fußball zu tun? Schaffe ich es so, den Bericht wie versprochen noch am Montag hochzuladen? Nö, also lass ich es jetzt auch, erwähne noch, dass ich kurz auf ein paar Drinks verweilte, nicht mehr weiß, ob Kasi noch nachkam, dass zwei Ladies mich mit Namen begrüßten, obwohl ich sie im Leben nicht wiedererkannte und ich mit meiner Liebsten ein Taxi gen Heimat bestieg.
Viel interessanter wäre zu erfahren, was der Rest noch so trieb. Zumindest Tauffenbach und/oder Zombiekeller dürften es noch gewesen sein, oder?

Lars das neugierige Law


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