21.08.04 Fortuna Düsseldorf-VfL Bochum (DFB-Pokal)


Das Los bescherte uns in der ersten Runde des DFB-Pokals die Fortuna aus Düsseldorf, noch gut bekannt aus diversen Bundesligaduellen, wobei das letzte Aufeinadertreffen in der Landeshauptstadt allerdings schon gut acht Jahre zurücklag und zudem im mittlerweile weggesprengten Rheinstadion stattfand. Dieses Spiel sollte also in der ursprünglichen Heimat der Fortuna am Flinger Broich stattfinden, dem Paul-Janes-Stadion, welches aber nur 8500 Zuschauer fasst.
So standen den Bochumer Anhängern nur knapp 800 Karten zur Verfügung, wobei das Interesse aber um einiges größer war und so viele Bochumer in die Röhre schauten. Der Regionalligist wollte auf seinen Heimvorteil nicht verzichten und in ein größeres Stadion ausweichen. Die Bochumer die Karten erhalten hatten, waren eigentlich schon voller Vorfreude auf ein Wiedersehen mit der Fortuna, da deren Anhänger doch für eine frenetische Unterstützung ihres Vereins bekannt sind.
Von den Treuen waren es allerdings nur wenige die nach D´dorf fahren konnten oder wollten. Moppel, Lüdi, Kasper und ich trafen uns gegen 12 Uhr bei Elke um später den Regionalexpress um 12.56 zu nehmen. Gesagt, getan und mit vielen anderen Bochumern ging es dann in die Altbiermetropole.
In den völlig überfüllten Waggons lief einem der Schweiß nur so runter und glücklich war, wer noch ein kühles Getränk in der Hand hatte.
In Düsseldorf dann umsteigen in eine S-Bahn und zwei Minuten später Ausstieg in Flingern, wo schon ein Großaufgebot der Polizei wartete um einem den Weg zum Stadion zu weisen.
Der Weg zog sich dann doch ganz schön und so musste ich auf den angepeilten Besuch des Fortuna-Heims, wo Macke schon mit meiner Sitzplatzkarte auf mich warten wollte, verzichten. So trennte ich mich von den Stehplatzbesuchern, lief einmal um das halbe Stadion und traf vor dem Eingang zur Sitzplatztribüne Jörg von Block-A und Macke. Nach harmloser Kontrolle mussten wir einmal mal die ganze Tribüne lang laufen, um unseren Block E zu erreichen. Dabei hatte man besonders vor Block A das Gefühl, dass sich bis Düsseldorf noch nicht herumgesprochen hat, dass die Ära der Hooligans schon lange vorbei sein soll. Hab schon lange nicht mehr so viele vermeintliche Freunde der Dritten Halbzeit gesehen wie in diesem Stadion.
Nun ja, wir erreichten unseren Block in dem etwa 150 Bochumer saßen, begrüßten einige bekannte Gesichter und gönnten uns ein Alt.
Drei Meter links von uns saßen dann die Düsseldorfer und auch über den Bochumern waren einige vertreten. Optimale Vorrausetzungen also für hitzige Wortgefechte, also mal ganz was anderes als in den meisten Bundesligastadien.
Allerdings fällt es auch schwer das Paul-Janes-Stadion als ein solches zu bezeichnen, da die Stehplätze kaum mehr als acht Stufen gehabt haben dürften. Nun, aber so was hat ja auch sein eigenes Flair.
Als die Mannschaften den Platz betraten wurden auf Düsseldorfer Seite etliche kleine Fahnen geschwungen und auf den Zusatztribünen Transparente entrollt, deren Aufschrift aber schwer bis gar nicht zu lesen war. Die meisten der Rot-Weißen unterstützten ihr Team leidenschaftlich und auch die insgesamt doch knapp 1000 Bochumer versuchten gut dagegen zu halten, was aber in dem Stadion einfach schwer war. Wenn wir auf den Sitzplätzen "Unsere Heimat, unsere Liebe" angestimmt haben, wurden wir meist mit "...in den Farben Rot und Weiß-Deutscher Meister ´33" niedergesungen.
Nach 12 Minuten ging der Underdog gegen Bochum in Führung und neben mir brummelte einer "Also so wie jedes Jahr". Doch noch vor der Pause ging der VfL in Führung und ich hatte eigentlich nie die Befürchtung, dass wir heute die Pokaldeppen der Nation werden könnten.
Da Macke heute fußkrank war, hatte ich den Part des Bierholers übernommen und erledigte diesen Job auch zur allgemeinen Befriedigung (Anm. v. das Law: Wann ist Macke im Stadion jemals gegangen, um Bier zu holen?).
Als ich in der Halbzeit dann vom Klo kam, wimmelte es am Bierstand von grünen Staatsdienern, da es zwischen Bochumern und Fortunen zu einigen Unstimmigkeiten gekommen war. Wie man mir sagte, hatten einige Bochumer große Klappe und mussten dann mit den Konsequenzen leben. Ich kam dann mit einem der älteren Düsseldorfer, die in einer Gruppe mit roten Polo-Shirts direkt im Nachbarblock saßen und mir schon vorher aufgefallen waren, ins Gespräch und hatte beim gemeinsamen Altbiertrinken überhaupt keine Probleme mit den umstehenden Heimfans. Allerdings war jetzt auch reichlich Polizei präsent.
Pünktlich zum Wiederanpfiff ging ich zurück zu meinem Platz und versorgte Macke mit Getränken. Der VfL erhöhte noch auf 3:1 und brachte das Spiel locker über die Zeit.
Bei den Düsseldorfern im Nebenblock stieg der Aggressionsfaktor deutlich an und neben den üblichen verbalen Attacken flogen nun auch die ersten Bierbecher in unsere Richtung, von denen einige natürlich postwendend zurück zu ihren Besitzern flogen. Bevor es allerdings zu Handgreiflichkeiten kommen konnte, zog eine behelmte Polizeikette auf und trennte die beiden Parteien.
Nach dem Abpfiff bedankte sich die Mannschaft noch bei den beiden Bochumer Blöcken. Uns blieb beim Rückweg dann der Gang durch die ganze Düsseldorfer Tribüne erspart, da die Ordner den Trennzaun zum Bochumer Stehplatzblock geöffnet hatten und wir von dort direkt in die bereitstehenden Busse einsteigen konnten. Für die Heimfans war die komplette Straße solange erst einmal gesperrt. An den Bussen traf ich Lüdi und Kasper wieder und wir beschlossen, nachher noch ein wenig in Düsseldorf zu bleiben.
Nach kurzer Fahrt mit den überfüllten Bussen zum HBF verließen wir diese dort und entfernten uns vom Bochumer Tross, ohne das es die Ordnungshüter irgendwie zu stören schien. Wir suchten uns dann eine Kneipe in Bahnhofsnähe und ließen uns dort nieder. Kurze Zeit später kamen auch noch Katte mit Sille und Moreno mit Rebecca hereinspaziert, die aber bald weiter zogen Richtung Altstadt. Wir kamen dann noch mit zwei Anhängern der Fortuna ins Gespräch, die aber ganz gut drauf waren und mit denen man Erfahrungen austauschen konnte. Gegen 19 Uhr machten wir uns dann auf um eine Bahn Richtung Bochum zu erwischen, verpassten aber die nächste Gelegenheit, trafen Ela und Dirk von den "Eagles", die ebenfalls den Zug verpasst haben und ließen uns dann gemeinsam in einem Bahnhofs-Cafe nieder, um noch ein schnelles Bier zu nehmen, bevor der nächste Zug abfahren sollte. Diesen erreichten wir dann auch und um 20.30 Uhr waren wir dann wieder in Bochum.
Kasper, Lüdi und mich zog es noch nach Elke, wo sich Kasper dann aber ganz schnell verabschiedete und auch Lüdi um kurz nach neun verschwunden war. Ich besuchte daraufhin mal die Eagles in Haus Haase, bevor ich später auf der Schaumparty im Zensi, wo mal wieder Essener und Leute der "Barking-Dogs-Crew" ihr Unwesen trieben, reinschaute. Böse Zungen behaupten zwar, ich wäre dann auch mal kurz eingenickt, aber da kann ich mich nun gar nicht dran erinnern. Erinnern kann ich mich dann aber daran, dass wir später mal wieder bei MacPizza "Guten Morgen" gesagt haben, wo mal wieder irgendwelche Deppen meinten Stress machen zu müssen. Gegen sieben Uhr war ich dann in meinem Bett, wobei ich im Gegensatz zu anderen Leuten (hallo Banane;-)) mit vom Schaum durchnässten Sachen nicht wo anders schlafen musste.
Insgesamt ging so ein ereignisreicher und witziger Tag zu Ende.

Der Kasi


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