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Das Los bescherte uns in der ersten Runde des DFB-Pokals die Fortuna
aus Düsseldorf, noch gut bekannt aus diversen Bundesligaduellen,
wobei das letzte Aufeinadertreffen in der Landeshauptstadt allerdings
schon gut acht Jahre zurücklag und zudem im mittlerweile weggesprengten
Rheinstadion stattfand. Dieses Spiel sollte also in der ursprünglichen
Heimat der Fortuna am Flinger Broich stattfinden, dem Paul-Janes-Stadion,
welches aber nur 8500 Zuschauer fasst.
So standen den Bochumer Anhängern nur knapp 800 Karten zur Verfügung,
wobei das Interesse aber um einiges größer war und so viele
Bochumer in die Röhre schauten. Der Regionalligist wollte auf seinen
Heimvorteil nicht verzichten und in ein größeres Stadion
ausweichen. Die Bochumer die Karten erhalten hatten, waren eigentlich
schon voller Vorfreude auf ein Wiedersehen mit der Fortuna, da deren
Anhänger doch für eine frenetische Unterstützung ihres
Vereins bekannt sind.
Von den Treuen waren es allerdings nur wenige die nach D´dorf
fahren konnten oder wollten. Moppel, Lüdi, Kasper und ich trafen
uns gegen 12 Uhr bei Elke um später den Regionalexpress um 12.56
zu nehmen. Gesagt, getan und mit vielen anderen Bochumern ging es dann
in die Altbiermetropole.
In den völlig überfüllten Waggons lief einem der Schweiß
nur so runter und glücklich war, wer noch ein kühles Getränk
in der Hand hatte.
In Düsseldorf dann umsteigen in eine S-Bahn und zwei Minuten später
Ausstieg in Flingern, wo schon ein Großaufgebot der Polizei wartete
um einem den Weg zum Stadion zu weisen.
Der Weg zog sich dann doch ganz schön und so musste ich auf den
angepeilten Besuch des Fortuna-Heims, wo Macke schon mit meiner Sitzplatzkarte
auf mich warten wollte, verzichten. So trennte ich mich von den Stehplatzbesuchern,
lief einmal um das halbe Stadion und traf vor dem Eingang zur Sitzplatztribüne
Jörg von Block-A und Macke. Nach harmloser Kontrolle mussten wir
einmal mal die ganze Tribüne lang laufen, um unseren Block E zu
erreichen. Dabei hatte man besonders vor Block A das Gefühl, dass
sich bis Düsseldorf noch nicht herumgesprochen hat, dass die Ära
der Hooligans schon lange vorbei sein soll. Hab schon lange nicht mehr
so viele vermeintliche Freunde der Dritten Halbzeit gesehen wie in diesem
Stadion.
Nun ja, wir erreichten unseren Block in dem etwa 150 Bochumer saßen,
begrüßten einige bekannte Gesichter und gönnten uns
ein Alt.
Drei Meter links von uns saßen dann die Düsseldorfer und
auch über den Bochumern waren einige vertreten. Optimale Vorrausetzungen
also für hitzige Wortgefechte, also mal ganz was anderes als in
den meisten Bundesligastadien.
Allerdings fällt es auch schwer das Paul-Janes-Stadion als ein
solches zu bezeichnen, da die Stehplätze kaum mehr als acht Stufen
gehabt haben dürften. Nun, aber so was hat ja auch sein eigenes
Flair.
Als die Mannschaften den Platz betraten wurden auf Düsseldorfer
Seite etliche kleine Fahnen geschwungen und auf den Zusatztribünen
Transparente entrollt, deren Aufschrift aber schwer bis gar nicht zu
lesen war. Die meisten der Rot-Weißen unterstützten ihr Team
leidenschaftlich und auch die insgesamt doch knapp 1000 Bochumer versuchten
gut dagegen zu halten, was aber in dem Stadion einfach schwer war. Wenn
wir auf den Sitzplätzen "Unsere Heimat, unsere Liebe"
angestimmt haben, wurden wir meist mit "...in den Farben Rot und
Weiß-Deutscher Meister ´33" niedergesungen.
Nach 12 Minuten ging der Underdog gegen Bochum in Führung und neben
mir brummelte einer "Also so wie jedes Jahr". Doch noch vor
der Pause ging der VfL in Führung und ich hatte eigentlich nie
die Befürchtung, dass wir heute die Pokaldeppen der Nation werden
könnten.
Da Macke heute fußkrank war, hatte ich den Part des Bierholers
übernommen und erledigte diesen Job auch zur allgemeinen Befriedigung
(Anm. v. das Law: Wann ist Macke im Stadion jemals gegangen, um Bier
zu holen?).
Als ich in der Halbzeit dann vom Klo kam, wimmelte es am Bierstand von
grünen Staatsdienern, da es zwischen Bochumern und Fortunen zu
einigen Unstimmigkeiten gekommen war. Wie man mir sagte, hatten einige
Bochumer große Klappe und mussten dann mit den Konsequenzen leben.
Ich kam dann mit einem der älteren Düsseldorfer, die in einer
Gruppe mit roten Polo-Shirts direkt im Nachbarblock saßen und
mir schon vorher aufgefallen waren, ins Gespräch und hatte beim
gemeinsamen Altbiertrinken überhaupt keine Probleme mit den umstehenden
Heimfans. Allerdings war jetzt auch reichlich Polizei präsent.
Pünktlich zum Wiederanpfiff ging ich zurück zu meinem Platz
und versorgte Macke mit Getränken. Der VfL erhöhte noch auf
3:1 und brachte das Spiel locker über die Zeit.
Bei den Düsseldorfern im Nebenblock stieg der Aggressionsfaktor
deutlich an und neben den üblichen verbalen Attacken flogen nun
auch die ersten Bierbecher in unsere Richtung, von denen einige natürlich
postwendend zurück zu ihren Besitzern flogen. Bevor es allerdings
zu Handgreiflichkeiten kommen konnte, zog eine behelmte Polizeikette
auf und trennte die beiden Parteien.
Nach dem Abpfiff bedankte sich die Mannschaft noch bei den beiden Bochumer
Blöcken. Uns blieb beim Rückweg dann der Gang durch die ganze
Düsseldorfer Tribüne erspart, da die Ordner den Trennzaun
zum Bochumer Stehplatzblock geöffnet hatten und wir von dort direkt
in die bereitstehenden Busse einsteigen konnten. Für die Heimfans
war die komplette Straße solange erst einmal gesperrt. An den
Bussen traf ich Lüdi und Kasper wieder und wir beschlossen, nachher
noch ein wenig in Düsseldorf zu bleiben.
Nach kurzer Fahrt mit den überfüllten Bussen zum HBF verließen
wir diese dort und entfernten uns vom Bochumer Tross, ohne das es die
Ordnungshüter irgendwie zu stören schien. Wir suchten uns
dann eine Kneipe in Bahnhofsnähe und ließen uns dort nieder.
Kurze Zeit später kamen auch noch Katte mit Sille und Moreno mit
Rebecca hereinspaziert, die aber bald weiter zogen Richtung Altstadt.
Wir kamen dann noch mit zwei Anhängern der Fortuna ins Gespräch,
die aber ganz gut drauf waren und mit denen man Erfahrungen austauschen
konnte. Gegen 19 Uhr machten wir uns dann auf um eine Bahn Richtung
Bochum zu erwischen, verpassten aber die nächste Gelegenheit, trafen
Ela und Dirk von den "Eagles", die ebenfalls den Zug verpasst
haben und ließen uns dann gemeinsam in einem Bahnhofs-Cafe nieder,
um noch ein schnelles Bier zu nehmen, bevor der nächste Zug abfahren
sollte. Diesen erreichten wir dann auch und um 20.30 Uhr waren wir dann
wieder in Bochum.
Kasper, Lüdi und mich zog es noch nach Elke, wo sich Kasper dann
aber ganz schnell verabschiedete und auch Lüdi um kurz nach neun
verschwunden war. Ich besuchte daraufhin mal die Eagles in Haus Haase,
bevor ich später auf der Schaumparty im Zensi, wo mal wieder Essener
und Leute der "Barking-Dogs-Crew" ihr Unwesen trieben, reinschaute.
Böse Zungen behaupten zwar, ich wäre dann auch mal kurz eingenickt,
aber da kann ich mich nun gar nicht dran erinnern. Erinnern kann ich
mich dann aber daran, dass wir später mal wieder bei MacPizza "Guten
Morgen" gesagt haben, wo mal wieder irgendwelche Deppen meinten
Stress machen zu müssen. Gegen sieben Uhr war ich dann in meinem
Bett, wobei ich im Gegensatz zu anderen Leuten (hallo Banane;-)) mit
vom Schaum durchnässten Sachen nicht wo anders schlafen musste.
Insgesamt ging so ein ereignisreicher und witziger Tag zu Ende.
Der Kasi
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