12.02.05 BxB-VfL Bochum

Der 12. Mai 2005!
Wieder einmal ging es in das (gelb-)schwarze Land, ins Mordor unserer Fußballwelt, nach Dortmund.
Herr L. von den Bochumer Jungen hatte erneut gerufen, ihn doch - wie im letzten Jahr auch - in diese nette Vereinskneipe in Stadionnähe zu begleiten.
Bereits auf der Januarsitzung wurde beschlossen, Herrn L. auf dem Hallenzauber anzusprechen und als dieser die Reservierung im Gasthaus bestätigte, bereitete ich mich darauf vor, mit einer ähnlich großen Truppe, wie im Vorjahr ein wenig für Furore zu sorgen.
Leider konnten oder wollten die meisten Treuen zu dieser frühen Zeit (10.34 Uhr ab HBf) noch nicht die Reise antreten, BoJus stiegen auch nicht viele zu und so war es an den Blau-Weißen Freunden von Block A, der Reisegesellschaft noch halbwegs aktzeptable Ausmaße zu verleihen.
Zur Begrüßung gab es für mich das obligatorische Rosen-Lied und wir traten unsere Reise ins Reich des Bösen an.
Von den Treuen waren übrigens lediglich Roland und meine Wenigkeit dabei. Selbst Martin hatte sich kurzfristig nach Thailand (das sind die mit der holländischen Fahne) abgeseilt, obwohl wir uns eigentlich gemeinsam vorgenommen hatten, in Anbetracht der bevorstehenden Zweitligajahre, in Dortmund ein paar Jährchen Stadionverbot abzuholen.
Sei’s drum, auch mit wenig Gefährten, kann ein Ausflug ins Reich des Bösen ganz witzig sein.

Umsteigen mussten wir wie immer im Do.-HBf, Roland passte seine Nichte ab, ein paar schwarz-gelbe Orks beäugten uns kritisch und ein unfreundlicher Schutzmann forderte mich auf, meine Begleiter zur Eile zu treiben.
Im Bild links sehen wir einige fidele blau-weiße Reisefreunde von Block A.
Spätestens nach Ankunft war klar, dass an diesem Tage der Wettergott schonmal keinen Bock hatte, uns zu gefallen - Schietwetter war angesagt.
Im Wirtshaus selbst hatte Herr L. reichlich Platz reserviert, der allerdings bei weitem nicht genutzt wurde. Unser Auftritt in diesem Jahr war halt lange nicht so spektakulär wie zuletzt. Ist bei den Auftritten unserer Zuckertruppe aber auch nicht wirklich verwunderlich.

Lustig war es dennoch, oder machen die zwei Treuen nebst mir namentlich nicht bekannten Herren rechts im Bild einen übellaunigen Eindruck? Roland ging just in diesem Augenblick übrigens ein Licht auf.
Immerhin war es so angenehm, dass ich nicht wirklich Lust hatte, die Lokalität zu verlassen. So überredete ich (das Wetterargument zog) den Roland, noch auf eine Halbe zu verweilen. Irgendwie hatte ich auch das Gefühl, noch nicht genügend Bier intus zu haben, um mich den Örtlichkeiten angemessen peinlich verhalten zu können. Dieses Gefühl trog!

Es musste dann aber weitergehen und unterwegs gingen mir immer mehr Assoziationen zu Herr der Ringe durch den Kopf. Wahrscheinlich liegt es an insgesamt 12 DVDs die mir das Christkind zum Geschenk machte.
Nachfolgend ein paar Bilder aus dem Umfeld:

 

 

Die Gefährten erklimmen den Pass von Cirith Ungol...

 

 

 

 

 

 

...lassen Kankras Höhle hinter sich...

 

 

 

 

 

 

 

...und stehen schließlich vor der schwarz-gelben Feste von Barad-dur.

 

 

 

 

 

 

Richtig grausig wurde es aber erst später:
Im Stadion angekommen, konnten dann auch etliche Treue begrüßt werden und die gängigen Abneigungen wurden gepflegt. Ich äußerte meinen Unmut über die Preise für ein bierartiges Getränk mit geringem Alkoholgehalt. Die Brause aus den Fässchen, die einige Bierpagen mit sich herumschleppten war dagegen angeblich mit vollem Alkoholgehalt - schmeckte allerdings auch nicht.

 

 

Zörnchen und Macke waren z.B. da (Zörnchen guckt etwas seltsam, sieht in der Regel aber besser aus)...

 

 

 

 

 

...das Commando war da...

 

 

 

 

 

...insgesamt waren leider nur an die 3.500 Bochumer da...

 

 

 

 

 

 

...und ein paar davon qualmten ganz schön rum.

 

 

 

 

 

Die Südkurve empfing uns nebenbei mit einem recht großen Transparent, auf dem uns unterstellt wurde, einen HIV-Test absolviert zu haben, der angeblich positiv ausgefallen sein soll. Tscha, was soll man dazu sagen? Am besten nix - alberner und einfallsloser geht es wohl kaum noch.

Und dann sollte das Skandalspiel beginnen.
Die erste Unverschämtheit war der Platz. Erinnert der geneigte Leser sich an das Polenspiel im Verlauf der WM 1974? Dann hat er eine ungefähre Vorstellung, in welchem Zustand sich das Geläuf befand. Metertiefe Pfützen vor der Südtribüne machten einen regulären Spielverlauf eigentlich unmöglich.
Kein Geld für eine anständige Drainage? Oh sorry, reichlich pietätlose Frage. Obwohl, wie im Bild rechts zu sehen, für die breiteste Seitenauslinie der Liga offensichtlich reichlich Knete vorhanden war.
Immerhin kam der VfL mit den Verhältnissen von Beginn an wesentlich besser zurecht als die Gastgeber. Bereits in den ersten Minuten kam er zu drei dicken Gelegenheiten, scheiterte aber am eigenen Unvermögen oder am Pech (Pfostenschuss durch Lokvenc).
Aber wie es so ist, in dieser Saison läuft einfach alles gegen uns. Erst versagt Onkel Albrecht uns einen glasklaren Elfer (Jau Weidenfeller, du hast den Ball gespielt!), dann kommen die Majas einmal gefährlich vor unser Tor, ein, zwei individuelle Unaufmerksamkeiten und schwupps isser wieder drin. Mein ohnehin nicht schmaler Hals schwoll.
In Halbzeit zwo waren wir zunächst wieder besser, erzielten den einwandfreien Ausgleich, mein noch gut gefüllter Becher flog zum Jubel, erste Umarmungen fanden statt...und dann kam beim Onkel Schiri und seinen Assistenten endgültig der Alkohol durch. Kein Tor, weil dieser Irre an der Seitenauslinie eine Abseitsstellung gesehen haben will! Was willste da noch machen? Ich war jedenfalls vollkommen durch. Meiner Wut so richtig freien Lauf lassen konnte ich aber auch nicht, weil ein würfelförmiger Ordner auf mich zu kam und mich zu verweisen drohte. Nee, nicht ohne meinen Martin! So musste ich mich darauf beschränken, ein wenig zu pöbeln und mir mangels schwarz-gelber Schienbeine ein paar blaue Flecken an der Inneneinrichtung zu holen.
Mein Schwesterherz konnte mir auch nicht wirklich helfen, hatte sie - im Eingang mit Stange von den Ostlern stehend - doch genügend mit ihrem Kampf gegen die Zugluft zu tun.
Kurz vor Schluss gab es noch ein Handgemenge, weil Madsen offensichtlich als einziger einen Weg gefunden hatte sich abzureagieren. Das er jetzt nur für 4 Wochen gesperrt ist, liegt daran, dass er zuvor von Wörns gefoult wurde, was wiederum bedeutet, dass uns noch ein fälliger Elfer versagt blieb.
Selten war sich nach einem Spiel so ungehalten (und wer mich kennt...).
Aber kannste machen nix, musste gucken zu - oder noch ein paar Stündchen den Einheimischen in der Reiterhalle auf den Sack gehen. Einige Treue und die Jungs und Mädels von Block A machten sich auf den Weg und diesmal wurden wir auch nicht von den Ordnungshütern des Saales verwiesen.
Hier war es noch wirklich lustig. Diverse Runden wurden spendiert und besonders gut kam das Total-Pleite-Lied an: Zur Sailing-Melodie von Rod Steward singt man
"total pleite
total pleite
total pleite - BVB
total pleite
total pleite
total pleite -BVB".
Das Lied beginnt langsam, verträumt, getragen (gerne dabei auch mit Schweppes kuscheln) und steigert sich zusehends unter immer heftigerem Klatschen in eine rasende Brüllerei. Kommt gut!
Ein aufgebrachter Borusse kam zwar in unsere Ecke und echauffierte sich, das sei doch gar nicht wahr, trollte sich aber schnell zu seinesgleichen. Angesichts der augenblicklichen Meldungen in den Gazetten, würden ihm wohl auch flugs die Argumente ausgehen - dem Fan vom FC Dortmund.
Hier drei Bilder von danach:



Immer wenn es am schönsten ist, soll man gehen! Wir blieben noch eine halbe Stunde länger und torkelten mir vier Fahrgelegenheitslosen auf Taxisuche. Bald fanden wir eins, machten es uns bequem für die Heimreise und stellten fest, dass Schweppes fehlte! Also raus, suchen, finden und wieder nach nem Taxi Ausschau halten (diesmal zwei).
Dann ging es ab in die Heimat und in Ermangelung eines eigenen Domizils, suchten wir Haus Haase auf. Wir trafen auf die Eagles und später auf weitere Treue. Roland musste leider auf Moppedtreffen.
Rechts und unten noch zwei Bilder aus Haus Haase .
Es gab noch eine hitzige aber faire Grundsatzdiskussion und irgendwann musste ich ein wenig ausruhen. Als ich die Äuglein blinzelnd öffnete, kam ich mir nicht nur verlassen vor, ich war es auch. Lediglich Bomber war noch von uns im Raume, teilte mir mit, dass man sich in Richtung Bett oder Tauffenbach begeben hatte und tröstete mich. Ich beschloss für mich, die erste Alternative zu wählen und fiel zu Hause in einen langen traumlosen Schlaf.

Euer Law (vom Club mit eigenem Vereinswappen)


zurück