23.04.05 Bayern München-VfL Bochum

Das Spiel bei den Bayern bot für uns endlich mal wieder die Gelegenheit, unsere in letzter Zeit etwas eingeschlafene Beziehung zu unserem befreundeten FC Bayern München Fan-Club "Gäuboden" etwas aufzufrischen. So stand schon lange fest, dass bei einem Samstagspiel eine Übernachtung in Straubing für uns anstand. Und so kam es, dass sich Samstag früh um 4 Uhr acht Treue am Bochumer HBF trafen, um die Tour nach Straubing zu beginnen.
Diese waren dann Anja, Roger, Moppel, Zorne, Toddek, Martin, Kasper (zähl ich jetzt einfach mal mit) und ich. Zudem weilten Bomber und Macke bereits in Bayern, auch wenn sie nach dem Spiel nicht mehr nach Straubing kommen konnten. Und unser Blomi wohnt ja sowieso da unten und wollte dann in München zu uns stoßen.
Moppel hatte einen Bulli organisiert und war dankenswerterweise auch bereit, den Part des Fahrers zu übernehmen.
So ging es nach kurzer Stärkung bei McDonalds dann auch los und die ersten Fiege-Pils wurden gleich geöffnet. Die Fahrt verlief relativ zügig und ereignislos, wurde aber durch jede Menge Pinkelpausen (oder vielleicht nennt man sie auch "Meine Frau kann ihre Medis nicht während der Fahrt nehmen. Halt bitte an"-Pausen) unterbrochen. Ein Grund hierfür war vielleicht auch der gesunde Verzehr an Gerstensaft. So kam nämlich der dritte Kasten Fiege, der eigentlich für den Didi gedacht war, doch arg in Bedrängnis. Aber zum Schluss kam er doch vollständig an.
So waren wir bei herrlichem Wetter gegen 10 Uhr in Straubing und suchten unsere Pension "Weißes Rößl". Aber auch diese wurde schnell gefunden und so bekamen wir dann unsere Zimmer zugewiesen.
Ich nahm zusammen mit Toddek das 3-Bett-Zimmer, wobei der dritte im Bunde der später kommende Blomi sein sollte. Nun, die Zimmer waren schon einen Blick wert. Das Bad war praktisch ins Zimmer integriert. Die Duschkabine mitten im Zimmer (bei entsprechend langen Beinen, hätte man sich ohne Probleme vom Bett aus die Füße duschen können). Beim Raustreten daraus ging man direkt auf dem Teppich und war nach einem Schritt im Bett. Apropos Bett, die Bettlaken waren durchgescheuert und die Bettwäsche hatte eine Farbkombination die wohl nach Einführung der D-Mark modern war. Das WC war über den Flur und beim ersten Blick dort hinein lag die Klobrille neben der Toilette. Dies wurde aber kurze Zeit später von der Hausherrin behoben, zumindest soweit, dass die Klobrille jetzt auf dem Klo lag und nicht mehr daneben. Die Schränke in den Zimmern haben wir vorsichtshalber nicht geöffnet, denn es hätte ja sein können, dass dort noch jemand liegt. Aber es war ja wirklich nur für ein paar Stunden zum pennen und nicht für den Jahresurlaub und zudem natürlich recht günstig.
Also nach kurzem Frischmachen ging es dann runter in die Wirtsstube, wo eine ganze Reihe Einheimischer schon beim Frühschoppen saß. Das Essen, welches wir uns zur Stärkung bestellten, war übrigens wirklich lecker. Dazu ein paar Helle und die Bayern konnten kommen. Der erste war dann Didi mit seiner Familie, der mal schauen wollte ob wir gut angekommen sind und uns noch mal erklärte wann und wo der "Gäuboden" - Bus uns abholen wollte. Pünktlich um 12 Uhr kam dann auch der Bus, mit dem es weiter nach München gehen sollte.
Nach einer herzlichen Begrüßung nahmen wir dann die für uns freigehaltenen Plätze ein und bekamen erst mal eine Freirunde für uns Bochumer serviert - Edelstoff, hieß das Bier glaub ich. Auch waren wir für die Busfahrt eingeladen worden und brauchten nichts zu zahlen. Das Alter der Busbesatzung ging vom Kindergartenalter bis zur Schweppes-Grenze ;-), also knapp an die 50. Halt mal was anderes, als der durchschnittliche Treuen-Bus. Schnell wurden Kontakte zu den Gäubodenern geknüpft oder intensiviert.
So verging auch diese Fahrt recht flott und bald schon war man am Olympia-Park. Allerdings dort einen Parkplatz für den Bus zu finden, sollte noch einmal ordentlich Zeit in Anspruch nehmen. Keine Ahnung ob ich schon einmal so viele Busse an einem Ort gesehen habe, also das war schon enorm. Als wir dann endlich einen Parkplatz hatten, trennten wir uns von den Münchenern und gingen durch den Park zum Olympia-Biergarten, wo schon die restlichen Treuen warteten. Diese und andere Bochumer dann begrüßt und Mäuse-Timo zum Geburtstag gratuliert (und somit eine Runde erschnorrt). Danach ab dann in die Bochumer Kurve und irgendwo in den Block gequetscht, da man in München nicht sehr nett reagiert, wenn man zu lange in den Aufgängen verweilt (Generell finde ich es ja auch richtig die Aufgänge frei zu halten, aber wenn ersichtlich ist, das man nur dort steht um abzuschätzen wo man sich am besten hinstellen kann und dann schon nach wenigen Sekunden die Aufforderung kommt, den Aufgang zu räumen, halte ich das für reichlich übertrieben und für wenig deeskalationsfördernd). Zudem standen Ordner und noch mehr schwarz gekleidete Polizisten geschlossen in einer Reihe von oben bis unten links und rechts des Bochumer Blockes. Also ein paar Leute weniger hätten es mit Sicherheit auch getan.
Der Bochumer Block war zwar proppevoll, aber total durchsetzt mit Bayern-Fans. Selbst als die Fan-Freundschaft noch am Leben war, habe ich es während eines Spiels gegen Bayern nicht gemocht, wenn ein Münchener in meiner Nähe stand (und ich fand die Fan-Freundschaft Anfang der 90er richtig klasse und hatte regen Kontakt zu einigen Bayern-Fans). Wenn das Spiel läuft, möchte ich im Bochumer Block von VfL-Fans umgeben sein und nicht bei einem Gegentreffer drei Meter neben mir Jubel hören.
Wie dem auch sei, zumindest war so die Stimmung im Gästeblock äußerst bescheiden. Angestimmte Gesänge kamen ja meist nicht sehr weit. Die Ultras versuchten unten Stimmung zu machen, aber spätestens nachdem einige ihrer Leute von der Polizei rausgepickt wurden, hatten auch sie keinen Bock mehr Stimmung zu machen.
Bochum lag schnell 1:0 zurück und RvD kassierte noch eine Rote Karte, damit war der Drops nach einer viertel Stunde eigentlich schon gelutscht. Vander kam dann ins Tor und kassierte noch vor der Halbzeit das 2:0. Nach der Halbzeit dann das Aufbäumen des VfL, der Anschlusstreffer und zweimal Pfosten, aber kurz darauf das 3:1, wobei es auch bis zum Ende bleiben sollte.
Mit dieser Niederlage konnte man auf jeden Fall leben, da viele nach der roten Karte ein Debakel erwartet haben, aber ich fand unsere Truppe hat gute Moral bewiesen, auch wenn die Bayern natürlich nach dem 2:0 einige Gänge runtergeschaltet haben. So machten wir uns dann auf den Weg zum Bus, wo dann der zweite wichtige Teil des Tages folgen sollte - der Abend mit den Gäubodenern.
Dort wartete Moppel schon mit einem Transparent auf uns: "Sieg für Bochum, der Mosi hätt´s so gewollt" (oder so ähnlich), aber Mosis Wort zählt in München scheinbar nicht mehr viel. Mit diese Erkenntnis stiegen wir wieder in den Bus, tranken Edelstoff (oder, wenn möglich, was anderes ;-)) und fingen nach Treuen-Manier an zu feiern. Davon war dann der Größte aus Didi´s Familie (Marcel?) so begeistert, dass er später stolz einen Treuen-Schal trug und einen ihm übergelegten Bayern-Schal mehrmals voller Abscheu zu Boden schleuderte.
Nachdem das Kinderumerziehungsprogramm so erfolgreich verlaufen war, hatten wir unser Ziel dann auch schon erreicht - die JVA von Straubing. Zumindest direkt nebenan, denn dort stand das Vereinsheim des ansässigen Fußballclubs, wo der Abend beginnen sollte. Die jüngeren Busfahrer wurden von den Großeltern abgeholt und so konnte der Abend beginnen. Dort feierte auch noch eine Braut ihren Junggesellinnenabschied und so stand einem lustigen Abend nichts mehr im Wege. Schnell die erste Runde bestellt, aber bei Bier sollte es für einige nicht bleiben, denn ein oder zwei Münchner wollten mal so richtig einen trinken mit uns. Also wir, das waren die etwa acht Leute an unserem Tisch. Bestellt wurde dann erst mal eine Flasche Jägermeister und etwas Cola. Nach der ersten oder zweiten Runde dachte ich mir, sollen die anderen doch schauen wie sie nach Hause wanken, ich bleib bei Bier.
So wie ich dachten wohl einige und so machten sich nur Kasper, Martin und ein Gäubodener über die restliche Flasche her. Und da nach dieser Flasche Martin und Kasper immer noch gerade saßen, wurde noch eine Flasche Jim Beam für diese kleine Runde geordert, und auch erfolgreich geleert. Und das ohne größere unmittelbare Schäden. Gegessen wurde auch, nur Toddek entschied sich zwischen Bestellung und servieren doch spontan dafür lieber eine Auszeit zu nehmen. Nur gut, das der Teller noch nicht vor ihm stand. Zwischendurch wurde auch versucht mit den Mädels vom Tisch gegenüber ein Lied zu singen, wobei sich Anja mit ihrer "Bruder Jakob" -Version doch ganz besonders hervortat. Diese rückten aber irgendwann ab, und auch wir wollten uns noch ins Straubinger Nachtleben stürzen.
Also fuhren wir auf verschiedenen Wegen in die Innenstadt und trafen uns dort in der Rockdisco "Roxy". Ach ja, ins Bett enteilt waren zwischenzeitlich schon Roger, Anja und Toddek. Wir hingegen hatten noch richtig Spaß bei ziemlich geiler Mucke.
Dann setzte sich bei uns Treuen aber der Gedanke durch, noch einmal den "Bienenstock" aufzusuchen, zum "Reste ficken" wie Einheimische jetzt sagen würden. Im nachhinein muss man sagen leider. Aber so verabschiedeten wir uns von den verbliebenen Gäubodenern (die schon wussten warum sie nicht mit in den Bienenstock fuhren) und stiegen in Taxis, um einige Kilometer weiter zu fahren. Dort verteilten wir uns dann in dem Laden, wo auch nicht ganz so viel los war und ich suchte erst mal die Gastromeile auf und bestellte ein Schnitzel. Blomi behauptet steif und fest ich hätte dieses dann mit geschlossenen Augen gegessen, aber ich denke mal er war einfach nur blau;-). Also insgesamt war es dort nicht ganz so toll und irgendwer von uns hatte vom Türsteher schon eine Verwarnung bekommen (ich glaube der Präsi war`s) und so machten wir uns nach ein, zwei Getränken schon auf die Heimfahrt. So gegen drei landeten wir dann in unseren Betten.
Nach viel zu kurzer Nacht trafen wir uns dann gegen 10 Uhr am Frühstückstisch, zahlten unsere Rechnung und machten uns auf den Heimweg. Blomi halt nach Villach und wir ins ferne Bochum. Vorher noch an der Tanke flüssigen Reiseproviant geholt, weil, man kann ja nicht genug kriegen, und dann los. Die Rückfahrt verlief eigentlich ganz angenehm, dauerte aber bedingt durch einen Stau entsprechend länger als die Hinfahrt.
Vielleicht noch erwähnenswert ein Polenauto mit einer Besatzung, ja ich weiß gar nicht wie man einen Film mit einer solchen Besetzung eigentlich nennen sollte, zumindest ziemlich skurril und lustig. Tja, und dann gegen 18 Uhr waren wir dann am Bochumer HBF und verabschiedeten uns nach einem ziemlich geilen Wochenende (das Ergebnis mal ausgenommen). Moppel fuhr mich dankenswerterweise noch bis vor die Haustür und nach einer kurzen Dusche lag ich auch schon in meinem Bett.

Am Ende kann man sich nur beim Fan-Club "Gäuboden" für das herzliche Willkommen und das geile Wochenende bedanken und hoffen, dass sich so was bald wieder hier in Bochum oder Straubing wiederholt. Dank auch an Moppel, der sich als Fahrer für Hin- und Rückfahrt zur Verfügung gestellt hat, und so natürlich ein wenig kürzer treten musste.

Der Kasi


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