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Das Spiel bei den Bayern bot für uns endlich mal wieder die Gelegenheit,
unsere in letzter Zeit etwas eingeschlafene Beziehung zu unserem befreundeten
FC Bayern München Fan-Club "Gäuboden" etwas aufzufrischen.
So stand schon lange fest, dass bei einem Samstagspiel eine Übernachtung
in Straubing für uns anstand. Und so kam es, dass sich Samstag
früh um 4 Uhr acht Treue am Bochumer HBF trafen, um die Tour nach
Straubing zu beginnen.
Diese waren dann Anja, Roger, Moppel, Zorne, Toddek, Martin, Kasper
(zähl ich jetzt einfach mal mit) und ich. Zudem weilten Bomber
und Macke bereits in Bayern, auch wenn sie nach dem Spiel nicht mehr
nach Straubing kommen konnten. Und unser Blomi wohnt ja sowieso da unten
und wollte dann in München zu uns stoßen.
Moppel hatte einen Bulli organisiert und war dankenswerterweise auch
bereit, den Part des Fahrers zu übernehmen.
So ging es nach kurzer Stärkung bei McDonalds dann auch los und
die ersten Fiege-Pils wurden gleich geöffnet. Die Fahrt verlief
relativ zügig und ereignislos, wurde aber durch jede Menge Pinkelpausen
(oder vielleicht nennt man sie auch "Meine Frau kann ihre Medis
nicht während der Fahrt nehmen. Halt bitte an"-Pausen) unterbrochen.
Ein Grund hierfür war vielleicht auch der gesunde Verzehr an Gerstensaft.
So kam nämlich der dritte Kasten Fiege, der eigentlich für
den Didi gedacht war, doch arg in Bedrängnis. Aber zum Schluss
kam er doch vollständig an.
So waren wir bei herrlichem Wetter gegen 10 Uhr in Straubing und suchten
unsere Pension "Weißes Rößl". Aber auch diese
wurde schnell gefunden und so bekamen wir dann unsere Zimmer zugewiesen.
Ich nahm zusammen mit Toddek das 3-Bett-Zimmer, wobei der dritte im
Bunde der später kommende Blomi sein sollte. Nun, die Zimmer waren
schon einen Blick wert. Das Bad war praktisch ins Zimmer integriert.
Die Duschkabine mitten im Zimmer (bei entsprechend langen Beinen, hätte
man sich ohne Probleme vom Bett aus die Füße duschen können).
Beim Raustreten daraus ging man direkt auf dem Teppich und war nach
einem Schritt im Bett. Apropos Bett, die Bettlaken waren durchgescheuert
und die Bettwäsche hatte eine Farbkombination die wohl nach Einführung
der D-Mark modern war. Das WC war über den Flur und beim ersten
Blick dort hinein lag die Klobrille neben der Toilette. Dies wurde aber
kurze Zeit später von der Hausherrin behoben, zumindest soweit,
dass die Klobrille jetzt auf dem Klo lag und nicht mehr daneben. Die
Schränke in den Zimmern haben wir vorsichtshalber nicht geöffnet,
denn es hätte ja sein können, dass dort noch jemand liegt.
Aber es war ja wirklich nur für ein paar Stunden zum pennen und
nicht für den Jahresurlaub und zudem natürlich recht günstig.
Also nach kurzem Frischmachen ging es dann runter in die Wirtsstube,
wo eine ganze Reihe Einheimischer schon beim Frühschoppen saß.
Das Essen, welches wir uns zur Stärkung bestellten, war übrigens
wirklich lecker. Dazu ein paar Helle und die Bayern konnten kommen.
Der erste war dann Didi mit seiner Familie, der mal schauen wollte ob
wir gut angekommen sind und uns noch mal erklärte wann und wo der
"Gäuboden" - Bus uns abholen wollte. Pünktlich um
12 Uhr kam dann auch der Bus, mit dem es weiter nach München gehen
sollte.
Nach einer herzlichen Begrüßung nahmen wir dann die für
uns freigehaltenen Plätze ein und bekamen erst mal eine Freirunde
für uns Bochumer serviert - Edelstoff, hieß das Bier glaub
ich. Auch waren wir für die Busfahrt eingeladen worden und brauchten
nichts zu zahlen. Das Alter der Busbesatzung ging vom Kindergartenalter
bis zur Schweppes-Grenze ;-), also knapp an die 50. Halt mal was anderes,
als der durchschnittliche Treuen-Bus. Schnell wurden Kontakte zu den
Gäubodenern geknüpft oder intensiviert.
So verging auch diese Fahrt recht flott und bald schon war man am Olympia-Park.
Allerdings dort einen Parkplatz für den Bus zu finden, sollte noch
einmal ordentlich Zeit in Anspruch nehmen. Keine Ahnung ob ich schon
einmal so viele Busse an einem Ort gesehen habe, also das war schon
enorm. Als wir dann endlich einen Parkplatz hatten, trennten wir uns
von den Münchenern und gingen durch den Park zum Olympia-Biergarten,
wo schon die restlichen Treuen warteten. Diese und andere Bochumer dann
begrüßt und Mäuse-Timo zum Geburtstag gratuliert (und
somit eine Runde erschnorrt). Danach ab dann in die Bochumer Kurve und
irgendwo in den Block gequetscht, da man in München nicht sehr
nett reagiert, wenn man zu lange in den Aufgängen verweilt (Generell
finde ich es ja auch richtig die Aufgänge frei zu halten, aber
wenn ersichtlich ist, das man nur dort steht um abzuschätzen wo
man sich am besten hinstellen kann und dann schon nach wenigen Sekunden
die Aufforderung kommt, den Aufgang zu räumen, halte ich das für
reichlich übertrieben und für wenig deeskalationsfördernd).
Zudem standen Ordner und noch mehr schwarz gekleidete Polizisten geschlossen
in einer Reihe von oben bis unten links und rechts des Bochumer Blockes.
Also ein paar Leute weniger hätten es mit Sicherheit auch getan.
Der Bochumer Block war zwar proppevoll, aber total durchsetzt mit Bayern-Fans.
Selbst als die Fan-Freundschaft noch am Leben war, habe ich es während
eines Spiels gegen Bayern nicht gemocht, wenn ein Münchener in
meiner Nähe stand (und ich fand die Fan-Freundschaft Anfang der
90er richtig klasse und hatte regen Kontakt zu einigen Bayern-Fans).
Wenn das Spiel läuft, möchte ich im Bochumer Block von VfL-Fans
umgeben sein und nicht bei einem Gegentreffer drei Meter neben mir Jubel
hören.
Wie dem auch sei, zumindest war so die Stimmung im Gästeblock äußerst
bescheiden. Angestimmte Gesänge kamen ja meist nicht sehr weit.
Die Ultras versuchten unten Stimmung zu machen, aber spätestens
nachdem einige ihrer Leute von der Polizei rausgepickt wurden, hatten
auch sie keinen Bock mehr Stimmung zu machen.
Bochum lag schnell 1:0 zurück und RvD kassierte noch eine Rote
Karte, damit war der Drops nach einer viertel Stunde eigentlich schon
gelutscht. Vander kam dann ins Tor und kassierte noch vor der Halbzeit
das 2:0. Nach der Halbzeit dann das Aufbäumen des VfL, der Anschlusstreffer
und zweimal Pfosten, aber kurz darauf das 3:1, wobei es auch bis zum
Ende bleiben sollte.
Mit dieser Niederlage konnte man auf jeden Fall leben, da viele nach
der roten Karte ein Debakel erwartet haben, aber ich fand unsere Truppe
hat gute Moral bewiesen, auch wenn die Bayern natürlich nach dem
2:0 einige Gänge runtergeschaltet haben. So machten wir uns dann
auf den Weg zum Bus, wo dann der zweite wichtige Teil des Tages folgen
sollte - der Abend mit den Gäubodenern.
Dort wartete Moppel schon mit einem Transparent auf uns: "Sieg
für Bochum, der Mosi hätt´s so gewollt" (oder so
ähnlich), aber Mosis Wort zählt in München scheinbar
nicht mehr viel. Mit diese Erkenntnis stiegen wir wieder in den Bus,
tranken Edelstoff (oder, wenn möglich, was anderes ;-)) und fingen
nach Treuen-Manier an zu feiern. Davon war dann der Größte
aus Didi´s Familie (Marcel?) so begeistert, dass er später
stolz einen Treuen-Schal trug und einen ihm übergelegten Bayern-Schal
mehrmals voller Abscheu zu Boden schleuderte.
Nachdem das Kinderumerziehungsprogramm so erfolgreich verlaufen war,
hatten wir unser Ziel dann auch schon erreicht - die JVA von Straubing.
Zumindest direkt nebenan, denn dort stand das Vereinsheim des ansässigen
Fußballclubs, wo der Abend beginnen sollte. Die jüngeren
Busfahrer wurden von den Großeltern abgeholt und so konnte der
Abend beginnen. Dort feierte auch noch eine Braut ihren Junggesellinnenabschied
und so stand einem lustigen Abend nichts mehr im Wege. Schnell die erste
Runde bestellt, aber bei Bier sollte es für einige nicht bleiben,
denn ein oder zwei Münchner wollten mal so richtig einen trinken
mit uns. Also wir, das waren die etwa acht Leute an unserem Tisch. Bestellt
wurde dann erst mal eine Flasche Jägermeister und etwas Cola. Nach
der ersten oder zweiten Runde dachte ich mir, sollen die anderen doch
schauen wie sie nach Hause wanken, ich bleib bei Bier.
So wie ich dachten wohl einige und so machten sich nur Kasper, Martin
und ein Gäubodener über die restliche Flasche her. Und da
nach dieser Flasche Martin und Kasper immer noch gerade saßen,
wurde noch eine Flasche Jim Beam für diese kleine Runde geordert,
und auch erfolgreich geleert. Und das ohne größere unmittelbare
Schäden. Gegessen wurde auch, nur Toddek entschied sich zwischen
Bestellung und servieren doch spontan dafür lieber eine Auszeit
zu nehmen. Nur gut, das der Teller noch nicht vor ihm stand. Zwischendurch
wurde auch versucht mit den Mädels vom Tisch gegenüber ein
Lied zu singen, wobei sich Anja mit ihrer "Bruder Jakob" -Version
doch ganz besonders hervortat. Diese rückten aber irgendwann ab,
und auch wir wollten uns noch ins Straubinger Nachtleben stürzen.
Also fuhren wir auf verschiedenen Wegen in die Innenstadt und trafen
uns dort in der Rockdisco "Roxy". Ach ja, ins Bett enteilt
waren zwischenzeitlich schon Roger, Anja und Toddek. Wir hingegen hatten
noch richtig Spaß bei ziemlich geiler Mucke.
Dann setzte sich bei uns Treuen aber der Gedanke durch, noch einmal
den "Bienenstock" aufzusuchen, zum "Reste ficken"
wie Einheimische jetzt sagen würden. Im nachhinein muss man sagen
leider. Aber so verabschiedeten wir uns von den verbliebenen Gäubodenern
(die schon wussten warum sie nicht mit in den Bienenstock fuhren) und
stiegen in Taxis, um einige Kilometer weiter zu fahren. Dort verteilten
wir uns dann in dem Laden, wo auch nicht ganz so viel los war und ich
suchte erst mal die Gastromeile auf und bestellte ein Schnitzel. Blomi
behauptet steif und fest ich hätte dieses dann mit geschlossenen
Augen gegessen, aber ich denke mal er war einfach nur blau;-). Also
insgesamt war es dort nicht ganz so toll und irgendwer von uns hatte
vom Türsteher schon eine Verwarnung bekommen (ich glaube der Präsi
war`s) und so machten wir uns nach ein, zwei Getränken schon auf
die Heimfahrt. So gegen drei landeten wir dann in unseren Betten.
Nach viel zu kurzer Nacht trafen wir uns dann gegen 10 Uhr am Frühstückstisch,
zahlten unsere Rechnung und machten uns auf den Heimweg. Blomi halt
nach Villach und wir ins ferne Bochum. Vorher noch an der Tanke flüssigen
Reiseproviant geholt, weil, man kann ja nicht genug kriegen, und dann
los. Die Rückfahrt verlief eigentlich ganz angenehm, dauerte aber
bedingt durch einen Stau entsprechend länger als die Hinfahrt.
Vielleicht noch erwähnenswert ein Polenauto mit einer Besatzung,
ja ich weiß gar nicht wie man einen Film mit einer solchen Besetzung
eigentlich nennen sollte, zumindest ziemlich skurril und lustig. Tja,
und dann gegen 18 Uhr waren wir dann am Bochumer HBF und verabschiedeten
uns nach einem ziemlich geilen Wochenende (das Ergebnis mal ausgenommen).
Moppel fuhr mich dankenswerterweise noch bis vor die Haustür und
nach einer kurzen Dusche lag ich auch schon in meinem Bett.
Am Ende kann man sich nur beim Fan-Club "Gäuboden" für
das herzliche Willkommen und das geile Wochenende bedanken und hoffen,
dass sich so was bald wieder hier in Bochum oder Straubing wiederholt.
Dank auch an Moppel, der sich als Fahrer für Hin- und Rückfahrt
zur Verfügung gestellt hat, und so natürlich ein wenig kürzer
treten musste.
Der Kasi
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