|
Da stehen uns mal wieder die westfälischen Wochen ins Haus, ganz
Bochum fiebert den Derbys entgegen und das Law plagt sich mit Diarrhö
und oralem Nahrungsrücktransport, die sich gewaschen haben, herum.
Ein Schelm, wer da einen direkten Zusammenhang zwischen meinem Durchfall
und dem anstehenden Besuch aus der geliebten Ückendorfer Nachbarschaft
zu erkennen glaubt. Ich erwog jedenfalls zum ersten Mal seit Urzeiten,
auf ein Heimspiel unserer Helden zu verzichten.
Die Entscheidung wurde mir dann aber ziemlich leicht gemacht, denn sowohl
meine Zukünftige als auch Mutti rieten mir, besser zu Hause zu
bleiben. Wer mich kennt weiß, dass nach diesen klugen Ratschlägen
ein Verzicht in keiner Weise mehr zur Debatte stand.
Also noch schnell ein magenfreundliches Knäckebrot mit dick Butter
und Fleischsalat zur Stärkung und die Familienpackung Immodium
akut eingeworfen, und schon wackelte ich - in Begleitung meiner mich
stützenden Versprochenen - zur Haltestelle.
Wir waren zeitig unterwegs, eine noch recht leere Einsatzbahn kam, und
wir fuhren ohne großartige Belästigungen zum Platz.
Nach den bekannten, herzergreifenden Abschiedsszenen, entließ
ich meine Begleitung auf die billigen Plätze und begab mich in
Block A.
Erfreut stellte ich fest, dass zumindest meine Umgebung weitestgehend
in Bochumer Hand war. Insgesamt waren die Gäste aber recht zahlreich
vertreten. So ca. 10.000 mögen es gewesen sein. Vielleicht auch
ein paar mehr oder weniger, in der Vergangenheit waren sie auf jeden
Fall schon in größerer Anzahl und auch lauter vertreten.
Dann kam der Martin - müßig zu erzählen, dass ich mit
meinen Verdauungsgeschichten bei ihm auf offenen Ohren stieß,
und das Ganze in eine längere Fäkaldiskussion ausartete -
und mit ihm nach und nach auch meine Lust auf Bier zurück.
Zum Einlauf der Mannschaften hielten wir unsere blauen pappen hoch,
und die Ultras entrollten ein Spruchband, sowie einen überdimensionalen
Doppelhalter. Zu lesen war dort etwas von "Sandstrand statt Straßenrand
und nen Palmwedler vom Arbeitsamt" . Wie schon gegen Gladbach bemerkt,
geben die Aktionen neuerdings Anlass zum Nachdenken.
Tja, dann begann das Spiel. Muss man erwähnen, dass RvD sich seinen
Rekord geholt hat und dafür erst einmal (verdient) gefeiert wurde?
Ja klar! Sollte man berichten, dass der VfL wieder einmal nach einer
Standardsituation und begünstigt durch einen Torwartfehler zum
verdienten 1:0 kam? Sicher! Macht es Spass zu schreiben, dass erwähnter
Herr Ünlü (Torwart wollen wir ihn lieber nicht nennen) als
einziger noch grottiger war, als der Rest der Gelsenkirchener Trümmertruppe
und dafür auch (verdient) gefeiert wurde? Natürlich, das macht
Spass! Man kann auch noch erwähnen, dass es zufriedenen Pausenbeifall
für das Team gab und keine Anzeichen zu erkennen waren, warum an
diesem Nachmittag irgendeine der positiven Bochumer Serien zu Ende gehen
sollte. Wir gingen sehr guter Dinge in die Halbzeit...
...und dann?
Dann will ich eigentlich gar nichts mehr schreiben, denn was dann kam,
kann eigentlich nur als ganz große Kacke bezeichnet werden!
Statt die Gäste und ihren Nichtskönner im Tor weiter unter
Druck zu setzen und aus dem Stadion zu ballern, hören die plötzlich
auf zu spielen. Martin und ich wurden immer blasser und ruhiger, sehnten
zum ersten Mal seit Jahren die Einwechslung von Silberschühchen
Buckley (für den mal wieder völlig neben der Kappe stehenden
Freier) herbei und hofften, dass alles irgendwie noch gut ausgehen würde.
Ging es aber nicht! Nachdem lange genug darum gebettelt wurde, fing
der VfL sich innerhalb einiger Minuten Ausgleich und Rückstand
durch zwei Jugendliche ein, kurzes Scharmützel in Block A, auf
einmal können sie wieder stürmen, auf einmal kann der Kerl
einen Ball abwehren und aus! Klar, konnte die Serie nicht immer so weiter
gehen, aber dass sie so enden musste, ausgerechnet gegen diesen Gegner,
auf diese Art gegen so einen schlechte Mannschaft...
Mehr wütend als traurig trafen wir auf den Rest der Treuen unter
der Ostkurve und musste uns erst daran gewöhnen, dass diesmal keine
freudigen Umarmungen oder Abklatschen angesagt waren.
Traumatisiert begaben wir uns zur Stadiongastronomie, trafen auf betrübte
Bekannte (blöd feixende Gelsenkirchener waren zum Glück nicht
vorhanden), bekämpften unseren Frust mit Gerstensaft, begaben uns
irgendwann zur Bahn, stiegen ein und fuhren in Richtung Stammwirtshaus.
Mir ging es mittlerweile wieder ziemlich übel, was durch den Besuch
bei McD und den Verzehr eines Cheeseburgers nicht besser wurde. Auf
dem Weg zu Elke kam ich noch am Bummelzug vorbei, der fest in Händen
glücklicher Ückendorfer war. Da hatten sich offenbar einige
entschlossen, mal nicht auf den Cent zu schauen und zur Feier des Tages
richtig fein auszugehen.
Ich aber begab mich in die Niederungen unserer Kneipe, wo neben den
Treuen noch einige Bekannte (z.B. von Block-A) Trübsal bliesen,
später mein Schwesterherz auftauchte.Sie wurde begleitet von Herrn
B., der mich zu einem Plauzencontest überreden wollte, welchen
ich - weil in meinem Zustand zu gefährlich - ablehnen musste und
von Manni, der nach tröstenden Worten suchte. Ehrlich Manni, ist
lieb gemeint, aber nach einer Niederlage gegen Gelsenkirchen, ist Zuspruch
von einem Borussen nicht gerade das, wonach einem VfLer verlangt. Trotzdem
Dank für den Versuch, ich werde mich nächste Woche bei Dir
revangieren.
Mit der Zeit wurde die Stimmung besser, meine gesundheitliche Lage aber
wieder schlimmer. So beschloss ich, es war gegen 22 Uhr, dem Rat von
Block-A-Nico zu folgen, der meinte, ich müsse nach Hause und schwitzen.
Geschwitz habe ich nicht, aber nach Hause bin ich...
...und so ging ein wahrhaft beschissener Tag zu Ende.
Ach so, ein Wort an Zorne: Bei Eurer außerordentlichen Vorstandsbesprechung
wurde von Dir die Aktualität dieser Seite kritisiert. Ich sage
"mea culpa", gelobe ausdrücklich Besserung und, um dieses
Versprechen auch einhalten zu können und zu untermauern, habe ich
extra beim Onkel Doktor mein kaputte Hand fitspritzen lassen. Du siehst,
es ist mir ernst!
Lars das Law
|