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Der Roland, der wo unser Mitglied ist, hat einen Bruder Olaf, der wo
unser (Gründungs-) Mitglied war und zu dem wir immer noch einen
ganz guten Kontakt pflegen.
Nun ist dieser Olaf ein professioneller Busfahrer bei der BoGeStra und
hat angeboten, uns mit einem Gelenkbus hin und wieder zu Auswärtsspielen
zu kutschieren - was liegt also näher, als mal eine eigene Linie
1983 einzurichten?
Eben nix, und da Olaf zum Spiel in Leverkusen Zeit hatte, das Ziel in
(für so ein Beförderungsmittel) realistischer Entfernung lag
und viele Treue gerade Lust hatten, war sie Sache klar.
Der diesjährige Hallenzauber bot gute Gelegenheit für die
Bekanntmachung, und auch aufgrund des günstigen Fahrpreises hieß
es schnell "ausverkauft".
Punkt 12 schloss ich auf der Arbeit ab und ließ mich vom Chef
persönlich in Richtung Haltestelle "Elke" mitnehmen.
Selbstvertrauen hatte ich, dank des Sieges gegen Bayern, reichlich im
Gepäck, aber noch keine Verpflegung. Also erstmal zum Chinamann
aus Korea und ein oder vier Fläschchen Moritz eingekauft.
Bei Elke war dann schon reichlich Fanvolk vertreten. Herne Constantin,
Block A, Bochumer Jungen, Wilde Jungs und natürlich reichlich Treue
waren neben weiteren Honorationen der Szene bereits in bester Laune.
Leider hielten sich ein paar Leute nicht an ihre Zusagen und ließen
sich nicht blicken. Schade, es wollten nämlich noch einige Bekannte
mehr mit, von denen wir wissen, dass sie so einen Scheiß nicht
machen und verlässlich sind.
Dennoch bestens gelaunt verließen wir um kurz vor 13 Uhr die Schänke
und warteten auf den Bus. Obwohl von der BoGeStra, kam dieser auch pünktlich,
mit VfL Bochum in der Fahrtzielanzeige (heißt das so?) und Treuen-Schal
an der Windschutzscheibe.
Beim Betreten fiel mir gleich die erfreulich hohe Anzahl gefüllter
Fiegekästen auf (bewacht und gewissenhaft verwaltet von Olafs Tochter)
und ich wunderte mich, warum das Vorhandensein von Erfrischungen mir
zuvor nicht mitgeteilt wurde. Nachdem man mir sagte, dies wäre
auf der letzten Sitzung erwähnt worden und ich auch noch zufällig
erfuhr, dass die nächste am Stadioncenter (Besichtigung) stattfinden
würde, beschloss ich, auf den weiteren Treffen etwas besser aufzupassen.
Ich erkämpfte mir meinen Platz neben Martin gegen Karl August von
den BoJus und schon stand einer vergnüglichen Fahrt, mit Gesprächen
auf höchster intellektueller Ebene, nichts mehr im Wege.
Diese verlief dann auch flott und wurde nur durch ein kurzes Pinkelpäuschen
in Remscheid unterbrochen. Lediglich die infame Behauptung unseres Kassenwartes,
ich hätte vergessen den Termin für das Spiel gegen Gladbach
auf dieser Homepage zu ändern, trübte den ansonsten absolut
positiven Gesamteindruck.
In Leverkusen angekommen war noch etwas Zeit, die Vereinskneipe am Stadion
zu besuchen und die Geschmacksknospen mit der dort angebotenen bierfarbigen
Flüssigkeit zu verärgern.
Nachdem wir uns die letzten Krämpfe aus dem Mund geschüttelt
hatten, ging es in Richtung Bochumer Block - nicht ohne Verwunderung,
über die Anwesenheit des Kölner Mannschaftsbusses. Wahrscheinlich
wollen sie einfach jede Gelegenheit ausnützen, anständigen
Bundesliga-Fußball zu bewundern.
Am Eingang konnte noch König Jürgen I. von und zu Bochum-Ost
mit seinem Hofstaat begrüßt werden, bevor man die berühmt-berüchtigten
Leverkusener Einlasskontrollen über sich ergehen lassen musste.
Wie schon im Jahr zuvor, fand ich diese eher harmlos. Zwar kam ich diesmal
nicht gänzlich ohne Kontrolle hindurch, aber mein persönlicher
Leibesvisitateur sah nur so aus, als würde er hauptberuflich auf
zweitklassigen Wrestling-Veranstaltungen seinen Gegnern Stühle
auf den Kopf klopfen. Er war im Gegenteil sehr freundlich und entschuldigte
sich mehrfach mit den Worten "Sorry, aber ich muss das tun".
Da das im Stadion angebotene Bierersatzgetränk bereits mehrfach
von erfahrenen Testern überprüft und als ungenießbar
eingestuft wurde, ging ich wie die meisten anderen auch, ohne Umwege
in den Block.
Hier herrschte, trotz Reihen- und Sitzangaben auf den Eintrittskarten,
freie Platzwahl, und da uns bereits eine stattliche Anzahl Bochumer
zuvorgekommen war, suchten wir uns ein gemütliches, aber nicht
mit besten Sichtverhältnissen ausgestattetes, Plätchen am
Rand zur Sitztribüne, wo ich noch zwei liebe Bekannte begrüßen
konnte.
Die Stimmung (auf Seiten der VfLer) war gut, die Atmung war o.k. und
wir waren hochkonzentriert - es konnte also losgehen.
Halt, nicht ganz! Eine Frage stellte sich mir noch: Was für ein
Publikum muss man haben, dass es die Installation dieser bescheuerten,
stromverschlingenden, kopfschmerzverursachenden Heizstrahler unter den
Tribünendächern erfordert? Hat Bayer das so angeordnet, um
den Verkauf irgendwelcher Medikamente (gegen Strahlenkrankheit, Hitzschlag
o.ä.) anzukurbeln, steckt RWE dahinter - ich mein, sinnloser kann
Strom kaum vergeudet werden - oder gehört das zu Callis Entschlackungsprogramm?
Ich weiß es nicht, jedenfalls sucht selbst im Zeitalter der Arenisierung
deutscher Stadien so eine Albernheit noch ihresgleichen.
So, genug gemeckert, in der Zwischenzeit hatte das Spiel nämlich
begonnen, und unser Holländer bekam gleich einige Gelegenheiten,
sein Können unter Beweis zu stellen. Nach und nach bekam Bochum
das Spiel aber in den Griff, kam ebenfalls zu eingen Chancen...und dann
war schon Halbzeit - nix besonderes.
Das sollte sich im zweiten Durchgang allerdings ändern.
Der für Edu eingewechselte Meichelbeck schoss einen Freistoß
einem Leverkusener so geschickt ans Bein, dass dieser gar nicht anders
konnte, als den Ball ins eigene Tor abzufälschen. Tor! 1:0! Hähä!
Es blieb allerdings kaum Zeit, die Führung ausgiebig zu bejubeln,
denn kurz darauf gab es wieder einen Freistoß für Bochum.
Wosz täuschte geschickt eine Flanke an, die sich aber, durch eine
wundersame Fügung des Schicksals, in den gegnerischen Maschen niederließ.
Tor! 2:0! Hähähä!
Große Freude kam auf, ebbte aber leider wieder etwas ab, als den
Leverkusenern der Anschluss gelang.
Kleine Sorgenfältchen machten sich auf unseren Gesichtern breit,
vertieften sich, als Bayer doch ordentlich auf den Ausgleich drängte
und verflachten wieder etwas, als ein Spieler in Rot wegen eigener Dummheit
den Platz ein wenig verfrüht verlassen durfte.
Dann leistete Darek tolle Vorarbeit, und Momo machte das Dingen toll
rein. Tor! 3:1! Hähähähä!
Der Bochumer Block ein Tollhaus, die Stimmung kochte längst nicht
mehr aufgrund der Heizstrahler über, westfälischer Karneval
im Rheinland! Apropos: Sehr süß Limpi, Dein rotes Näschen
und die Herzchen auf den Bäckchen...äh, auf den Wangen ;-)
Nachdem ich ausgiebig "Hurra" geschrieen hatte, beschloss
ich, Callis Kopfsauna kurzzeitig zu entfleuchen und mir zur Feier des
Tages eine Bratwurst im Brötchen zu gönnen. Bratwurst gab
es natürlich nicht, ich entschied mich für die angebotene
Alternativwurst "Krakauer" zum Preis von 500g Rinderfilet,
bestaunte kurz das lange, schwarze Etwas in meinem Brötchen (haha,
wenn diese Wortwahl mal nicht zum Anlass für einige Kommentare
gewisser Herrschaften wird), stellte durch Zubeißen fest, dass
das Dingen bereits vor Spielbeginn auf der Warmhalteplatte gelegen haben
musste und versuchte erfolglos, die Mahlzeit durch Hinzugabe von 3 Kilo
Senf zu retten. Kleiner Tipp ans Catering-Team: Auf Einslive läuft
die Kochsendung "Frittieren mit Callmund". Hört mal da
rein und lasst euch vom obersten Leverkusener ein paar Tipps und Anregungen
geben.
Zu Erfreulicherem: Ich begab mich mit meiner Wurst wieder ins Stadioninnere,
in den Bochumer Freudentaumel. Die ersten Anhänger der Heimmannschaft
wanderten bereits frustriert von dannen.
Nette Lieder, wie "Wir haben Heimspiel beim Dicken" oder "Gegen
Bochum kann man mal verlieren" wurden zum Besten gegeben. Die Treuen
feierten äußerst vergnügt mit, hofften aber irgendwie
insgeheim doch, dass unseren Helden noch ein Törchen gelingen würde.
Das 4:1 hätte schließlich die Eroberung des vierten Platzes
von den Leverkusenern bedeutet. Wurde aber nix mehr draus. Madsen vergab
kurz vorm Ende noch eine Riesenmöglichkeit...dann der Schlusspfiff!
3:1! Sieg! Hähähähähä!
Eine schöne Party war das! Die Spieler führten eine Polonäse
auf, die üblichen Tanzeinlagen folgten, wobei sich insbesondere
RvD und Oliseh hervortaten, welche dann auch noch ihre Mätzchen
mit einer Bochumer Fahne machten. Diese wurde dann zur neuen Ekfahne
erkoren und dem Trainer wurde, nachdem er sich vom Fernsehinterview
freimachen konnte, ausgiebig gehuldigt.
Auf dem Weg zum Parkplatz wurde einigen bedröppelt wirkenden Levs
zur Aufmunterung die Zunge rausgestreckt und Kommentare a la "Nänänänänäänä"
abgegeben.
Während einige Mitfahrer sich entschlossen, der oben erwähnten
Kneipe nochmal einen Besuch abzustatten, entschieden sich die Vernünftigen,
den im Bus auf uns harrenden Fiegeflaschen die Wartezeit nicht zu lang
werden zu lassen.
Mit dem Sieg im Rücken und nach all den Geschmacksverirrungen der
vergangenen 3 Stunden, war der erste Schluck wahrhaftig eine Wohltat
- mir hat mal jemand gesagt, das wäre ein Gefühl "als
würde einem ein kleines Engelchen aufs Herz pinkeln".
Wir diskutierten noch kurz, ob wir nicht eigentlich Frusttrinken machen
müssten, da der VfL schließlich die Gelegenheit auf Platz
4 knapp verpasst hatte, verwarfen diese Idee allerdings wieder.
Als dann alle Mitstreiter eingetroffen waren, sollte eine launige Rückreise
gen Heimat beginnen.
Wir hatten ordentlich Spaß, sangen, tranken und frohlockten -
halt das übliche Prozedere. Die Fahrt, unterbrochen in Remscheid
und Sprockhövel, verging wie im Fluge, und die Siegertypen entstiegen
ihrem Gefährt.
Es entwickelte sich noch ein entspannter Abend bei Elke, so wie man
ihn kennt und schätzt, den ich aber recht zeitig (Mitternacht oder
so?) als für mich beendet erklärte. Der Tag war halt lang
für einen alten Mann.
Bleibt noch zu sagen, dass der erstmalige Einsatz eines solchen Busses
durch die Treuen als Erfolg verbucht werden kann und mit einer baldigen
Wiederholung zu rechnen ist. Ich persönlich war ja für Freiburg
oder Stuttgart, aber mit diesen Vorschlägen stieß ich nur
auf wenig Gegenliebe. Frankfurt ist allerdings ins Auge gefasst, ob
mit Linien- oder Reisebus bleibt abzuwarten. Infos gibt es früh
genug, erkundigt Euch einfach beim Reiseveranstalter Eures Vertrauens.
Lars das Law
(bald auch mit Bären-Ticket)
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