20.03.04 Kaiserslautern- VfL Bochum


Zum Spiel in der Pfalz entschlossen wir uns einen Bus einzusetzen, da an einem Samstag eigentlich doch recht viele Leute Lust haben sollten, den VfL auf den Betze zu begleiten - dachten wir zumindest.
Aber zuerst schrumpfte der Haufen der Tattoo-Soccer auf 5 Leute zusammen, dazu kamen dann noch weitere Absagen, zudem waren Fan-Clubs die sonst immer vertreten sind, diesmal leider auch nur schwach bis gar nicht anwesend und zu guter letzt waren unsere eigenen Reihen auch eher spärlich besetzt.
Aber man kann seine Freizeit ja nicht nur am Spielplan des VfL ausrichten. Insgesamt waren es dann aber doch 37 Mitfahrer, so dass unser Kassenwart doch noch ein klitzekleines Plus in seinem Geldsäckelchen haben dürfte.
Abfahrt des Busses sollte um 10 Uhr am HBf sein, aber ich ließ mich erst einmal von einem Taxi ins WaM chauffieren, wo auch schon die ersten Mitfahrer des neuen Fan-Clubs "Blau-Weiß-Ruhr"(?) saßen, die sich noch relativ kurzfristig für unseren Bus entschieden hatten.
Während ich noch an meinem Bier schlürfte, lief draußen zielstrebig Macke Richtung Treffpunkt vorbei, also trank ich aus und versuchte seinen Spuren zu folgen, da es nun wirklich langsam Zeit wurde. Verabschiedet wurde ich noch mit dem netten Hinweis, das ich den Bus bei der Rückfahrt doch nicht verpassen sollte( remember Berlin). Hab ich mir zu Herzen genommen, kommt nicht wieder vor, aber ich hab ja auch nicht in jeder Bundesligastadt eine Schwester wohnen, mit der ich mich nach VfL-Spielen verabreden könnte.
Kurze Zeit später traf auch pünktlich unser Bus ein und man machte es sich den vorderen Reihen bequem. Bei der Abfahrt wurde dann noch dem Treuen - Verabschiedungskomitee (Roger und der kränkelnde Bomber) gewunken, um nach einer kleinen Stadtrundfahrt die Autobahn zu erreichen. Zorne begrüßte in gewohnt souveräner Manier die Reisegesellschaft, welche da wäre: Bochum-Ost, Blau-Weiß-Ruhr, Tattoo-Soccer, Karawane Bochum, der Eagles-Nachwuchs, Timo von den Mäusen, Marco von No Name und drei Herner (bist du noch bei den Constantinern, Aki?). Von unserem Fan-Club waren Zorne, Zörnchen & Bianca, Roland, Schweppes, Macke, Moppel und der dies hier Niederschreibende angetreten. Die Hinfahrt verlief ohne dramatische Ereignisse mit den üblichen Gesprächen um Fußball oder sonst irgendwelchen Themen, die für den Rest der Welt wahrscheinlich nicht von größerer Bedeutung sein dürften. Für mich gab es noch die Erkenntnis das Becks-Gold nicht unbedingt mein Lieblingsbier werden wird, aber wenn man einen halbvollen Kasten Fiege übersieht, ist das halt die harte Schule des Lebens, die jeder irgendwann durchlaufen muss.
Gegen 14.30 erreichten wir den Parkplatz am Fuße des Betzenbergs und nutzten dann den Shuttle-Bus um ihn zu erklimmen (stolze Leistung, nicht wahr?). Danach wurde dann der Gästeblock geentert und erstaunt nahm ich zur Kenntnis, dass der Stehplatzbereich ausverkauft war, wo doch in Bochum nur 500 Karten verkauft worden sein sollen. Nun gut, wir hatten vorgesorgt, aber ein bisschen komisch ist das schon. Die Leute ohne Karte mussten also in den Sitzplatzbereich ausweichen, und konnten von dort den Stehbereich sehen, der durch einen Bauzaun geteilt wurde, wo aber sicher trotzdem noch einige Gäste reingepasst hätten. Leider waren es nur 700 Bochumer die mitgereist waren. Echt enttäuschend, dass der Bochumer Anhang nicht wirklich zu den reisefreudigsten in der Liga gehört ist ja hinlänglich bekannt, aber in der jetzigen Situation hätte ich an einem Samstag schon mit ein paar Leuten mehr gerechnet.
Das Spiel begann dann und trotz der größeren und eindeutigeren Chancen auf Seiten der Gastgeber, war es der VfL der durch Hashemian und Wosz zur Halbzeit mit 2:0 führte. Und so herrschte in der Halbzeit unter dem Gästeblock schon eine wahnsinnig gute Stimmung. Immer wieder schallte "Europapokal" durch das ehrwürdige Gemäuer.
Fader Beigeschmack in der ersten Halbzeit war, dass der Funken eines Feuerwerkskörpers in Moppel sein Auge flog und dieser so fachmännisch behandelt werden musste. Ging ihm danach zum Glück dann aber wieder besser. Der Feuerteufel war übrigens ein Rostocker, der sich irgendwie verlaufen haben muss und danach hinausgeleitet wurde.
In der zweiten Halbzeit spielte dann eigentlich nur noch der FCK und hatte auch sehr schnell unsere Führung egalisiert, wobei ein Tor auch auf die Kappe unseres Torhüters ging. Aber wenn man jemandem einen Fehler verzeihen muss, dann ist es unserem holländischen Spaßgaranten im Team. Vielleicht hatte er aber auch gerade in diesem Moment noch einmal Freudentränen in den Augen, weil er daran dachte, wie er nach dem Gladbach-Spiel einen Treuen-Pin angesteckt bekommen hat und war so in seiner Sicht behindert. Außerdem hat er seinen Fehler allein in diesem Spiel mehr als wieder wett gemacht.
Mit einigem Glück überstanden wir dann aber dieses Spiel und konnten so einen Punkt mit nach Bochum nehmen. Kurz wurde die Mannschaft gefeiert und schon machten wir uns wieder auf Richtung Parkplatz, natürlich wieder mit dem Bus. Irgendwie wusste keiner so recht, ob wir uns jetzt freuen oder ärgern sollten. Wenn man 2:0 bei einem Abstiegskandidaten führt sollte man das Ding eigentlich über die Zeit schaukeln, aber andersrum ist Lautern auch gerade im Aufschwung und hat auch schon lange keine zwei Tore mehr einkassiert und hat zudem ein echt starkes Publikum im Rücken (sieht schon beeindruckend aus, wenn bei Anfeuerung bis in den letzen Winkel der Kurve die Arme hochgehen). So bin ich im Nachhinein mit einem Punkt zufrieden und man sollte auch nicht vergessen, dass der VfL nun seit 10 Spielen ungeschlagen ist (auch wenn die Tendenz zuletzt eher runterging).
Auf jeden Fall erreichten wir zügig unseren Bus und hätten eigentlich pünktlich die Heimfahrt antreten können, allerdings hatte ein Mitfahrer den Bus noch nicht erreicht und so quatschte ich währenddessen noch mit einem VfL-Fan aus Süddeutschland, der mit seinem kompletten Fan-Club zu diesem Spiel im Bus angereist war. Leider hab ich den Namen der Truppe vergessen, aber man hatte versprochen beim nächsten Wochenende in Bochum mal im WaM vorbeizuschauen.
Unser vermisster Mitfahrer tauchte aber immer noch nicht auf , war auch über Handy nicht erreichbar und so mussten wir dann doch irgendwann ohne ihn die Rückfahrt antreten. Dafür hatten wir dann aber den ehrenwerten Sportwart der Bochumer Jungen an Bord, dem ich dann auch gleich ein Gespräch aufdrängte. Dieses war dann so interessant, dass ich beizeiten einschlief (wohl im Sinne des Sportwarts). Pünktlich zur Rast wurde ich dann wach, genehmigte mir einen Smirnoff on Ice um einige Zeit später wieder zu entschlummern. Kurz vor den heimatlichen Gefilden wurde ich dann aber endgültig wach, denn schließlich stand später noch der 21.Geburtstag unseres Fan-Clubs an. Hinterm Bahnhof ließ uns der Busfahrer dann raus und wir suchten schnell den Ort der Gastlichkeit bei Elke auf. Um Mitternacht wurde dann auf die Treuen angestoßen, etwas später zog es einen Teil dann noch ins TB, während ich nach einer kurzen(?) Visite im Zensi und einem Besuch bei McD die Heimfahrt antrat.

Kasi


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