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An einem trüben Sonntag im April führte uns der Spielplan
der DFL in das komplett umgebaute und natürlich auch umbenannte
ehemalige Müngersdorfer Stadion, welches nun den Namen Rhein-Energie-Stadion
trägt.
War ich in den letzten Jahren immer sehr unmotiviert und ohne Hoffnung
auf einen Punkt oder gar Sieg in die Domstadt gefahren, war es in dieser
Saison ganz anders, denn schließlich hatte Köln ein neues
Stadion, war praktisch abgestiegen und wir kamen als UEFA-Cup-Aspirant.
Aber natürlich hatten wir in ähnlichen Situationen auch schon
ganz bittere Erfahrungen gemacht. Trotzdem überwiegte bei mir ganz
klar der Optimismus.
Da wir uns entschieden mit dem Sonderzug nach Kölle zu fahren,
trafen wir uns Sonntags um 13.30 Uhr im WaM. Die Mitfahrer waren Hase,
Zorne, Moppel, Macke, Roland, Lüdi, Kasper und Loehken von den
BoJus mit Sohn. Die Treuen die noch selber aktiv spielen mussten, sollten
die Reise dann später mit dem Auto antreten.
Auf dem Weg zum Bahnhof wurden beim Koreaner vorsichtshalber Dosen statt
Flaschen gekauft, da die Unsitte, keine Glasflaschen mit in Sonderzüge
nehmen zu dürfen, ja nicht ganz neu ist. Der älteste Reisende
unter uns von den Bochumer Jungen, wollte aber nicht der Weisheit der
Treuen glauben und musste so mit seiner prall gefüllten Tasche
zurück zum Koreaner und seine Flaschen (die er übrigens gar
nicht dort gekauft hat) in Dosen umtauschen.
Im scheinbar überfüllten Zug fanden wir zunächst keinen
Platz und so schlängelten wir uns durch den Zug auf der Suche nach
freien Plätzen. Da ich durch ein kurzes Gespräch den Anschluss
verlor und so mit Loehken jun. ungefähr sechs Meter hinter den
anderen ging, durften wir bei dem nächsten Türenbereich, wo
sich eine Gruppe netter Menschen vom BGS platziert hatte, nicht weiter
gehen, da dort alles überfüllt wäre. Mein Hinweis das
unsere Leute in Sichtweite einige Meter weiter stehen würden und
wir doch gerne dorthin wollten, wurde abgeschmettert mit dem Hinweis,
ich solle doch froh sein 90 Minuten meine Ruhe vor denen zu haben (nun
gut, in diesem Punkt hat er vielleicht gar nicht so unrecht ;-)). Allerdings
war das alles wieder pure Willkür einiger Beamte, denn im folgenden
Abteil war es auch nicht voller gewesen.
So verlief die Fahrt recht ereignislos und kurz vor 16Uhr trafen wir
in Köln-Ehrenfeld ein, wo schon einige Sonderbahnen der KVB bereitstanden,
um die Bochumer direkt zum Stadion zu fahren. Eigentlich wollten wir
noch gerne was essen und eine Kleinigkeit trinken, aber auf Nachfrage
hieß es, dass wir eigentlich mit der Bahn fahren müssten.
Auf weitere Nachfrage, was denn dieses eigentlich bedeutet, wurde dieses
dann gestrichen.
Also gaben wir uns geschlagen, mussten aber vorher noch unsere Blase
entleeren, wurden dann in die Pinkelecke verwiesen und als wir von dort
anschließend wieder auf die Straße traten waren ärgerlicherweise
keine Polizei und keine Bahnen mehr da. Und wir haben uns wirklich nicht
dort versteckt oder absichtlich lange gewartet, innerhalb von zwei Minuten
war wirklich alles verschwunden.
So folgten wir nun Rolands Ortskenntnissen, die aber nicht wirklich
so gut waren, und stiegen an der nächsten Haltestelle in eine Bahn,
von der wir glaubten sie führe Richtung Stadion. Glücklicherweise
waren auch Kölner Anhänger in der Bahn, so dass wir dann doch
mitbekamen, dass wir umsteigen mussten.
Kurz vorm Stadion stiegen wir dann aus und suchten uns eine der berühmten
Kneipen aus, aus deren Richtungen zu früheren Zeiten schon mal
Gegenstände Richtung Bochumer Bahn geflogen sind. Aber auch hier
haben sich die Zeiten geändert und man konnte als Bochumer in Ruhe
sein Bier trinken.
Nach zwei Runden und öfters "...Köln zweite Liga"
begaben wir uns dann zum Stadion.
Dort wurden im Gästeblock dann jede Menge bekannte Gesichter begrüßt,
unter anderem die Ostler, die mal wieder ihren befreundeten Kölner
Fan-Club besuchten, und auch die Panther waren zahlreich vertreten.
Schnell betraten wir, nach einer sehr gründlichen und intimen Durchsuchung,
den Gästeblock und gesellten uns zu den Panthern.
Also das neue Kölner Stadion ist wirklich klasse, aber was wirklich
super ist, ist der Gästebereich. Von allen Positionen kann man
gut sehen und der Preis ist auch okay. Es waren sicher über 4000
Bochumer die sich hier im Gästebereich, aber auch auf den anderen
Tribünen verteilten und mit zahlreichen Fahnen einen guten Eindruck
hinterließen.
Insgesamt waren es stattliche 43000 Zuschauer, wobei auch bei den Kölnern
eine gute Stimmung herrschte, denn ihr Team war es, welches das Heft
in die Hand nahm und sich eine Chance nach der anderen herausspielte,
dann aber glücklicherweise immer wieder im Abschluss versagte oder
an van Duijnhoven scheiterte. Unser VfL schien völlig von der Rolle
und machte meinem Optimismus doch arg zu schaffen, bis Darek dann die
erste Bochumer Chance zum 1:0 nutzte.
So ging es dann auch in die Halbzeit und nachdem man noch mit König
Jürgen nebst Gemahlin gesprochen hatte, war die zweite Halbzeit
schon im Gange.
Zusammen mit Roland und bestückt mit zahlreichen Kölsch waren
wir gerade auf dem Weg zu unserem Platz als der Kölner Ausgleich
fiel.
Ziemlich frustriert nahmen wir dann wieder unseren Platz ein, innerlich
schon das typische VfL-Spiel in Köln vor Augen. Aber dann brachte
Fahne den VfL erneut in Führung und danach schienen die Kölner
doch ein wenig zu resignieren, auch wenn sie in der Nachspielzeit noch
eine hundertprozentige Chance zum Ausgleich hatten. Aber danach war
dann Schluss und Bochum hatte zum ersten mal in Köln gewonnen,
wenn auch mehr als glücklich, aber wen interessiert das nächste
Woche. Wir feierten noch Mannschaft und Trainer, bekamen Trikots zugeworfen
und durften beim rausgehen noch einen Ordner im VfL-Trikot bewundern.
Im Getümmel vor dem Stadion verlor ich dann die anderen, aber glücklicherweise
wartete mein Fan-Club nach einem Notruf über Mackes Handy. Wir
stapften dann gemütlich über die Wiese Richtung Haltestelle
und dachten an die etlichen Male, die man diese Wiese im Laufschritt
oder schneller überqueren musste. Dazu passte dann Kaspers Aufforderung,
wir sollten mal Ausschau halten, weil hier müsste irgendwo noch
ein Zahn von ihm liegen.
An der Haltestelle nahmen wir dann eine der Sonderbahnen Richtung Ehrenfeld.
Dort angekommen durfte man keine Erfrischungsgetränke mehr kaufen
gehen, auch durfte man die Pinkelecke nur einzeln betreten, aber wir
haben ja unseren Roland und so stieß er nach einiger Zeit mit
gut gekühlten Flaschen Bier (Bier, kein Kölsch) wieder zu
uns.
Im wieder überfüllten Zug wurden dann Stehplätze eingenommen,
über vergangene und vielleicht zukünftige UEFA-Cup-Spiele
nachgedacht und beschlossen, dass die nächste Jubiläumsfahrt
ins Pascha (www.pascha.de) nach Köln führen wird.
Um 21.45 Uhr waren wir dann wieder in Bochum und eilten zur Elke um
dort "Sport im Westen" zu schauen. Aufgrund des historischen
Sieges gab es dann noch eine Runde vom Kassenwart, wobei ich mir nicht
sicher bin ob ich da jetzt auch eingeschlossen war (darüber wird
noch zu reden sein, Hase), da ich einige Sekunden später dazu kam.
Unsere Runde löste sich dann relativ schnell auf und um kurz vor
Mitternacht verließen auch Macke und ich das WaM um den Weg in
unsere Betten oder sonst wohin anzutreten.
Der Kasi
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