18.04.04 1. FC Köln - VfL Bochum


An einem trüben Sonntag im April führte uns der Spielplan der DFL in das komplett umgebaute und natürlich auch umbenannte ehemalige Müngersdorfer Stadion, welches nun den Namen Rhein-Energie-Stadion trägt.
War ich in den letzten Jahren immer sehr unmotiviert und ohne Hoffnung auf einen Punkt oder gar Sieg in die Domstadt gefahren, war es in dieser Saison ganz anders, denn schließlich hatte Köln ein neues Stadion, war praktisch abgestiegen und wir kamen als UEFA-Cup-Aspirant. Aber natürlich hatten wir in ähnlichen Situationen auch schon ganz bittere Erfahrungen gemacht. Trotzdem überwiegte bei mir ganz klar der Optimismus.
Da wir uns entschieden mit dem Sonderzug nach Kölle zu fahren, trafen wir uns Sonntags um 13.30 Uhr im WaM. Die Mitfahrer waren Hase, Zorne, Moppel, Macke, Roland, Lüdi, Kasper und Loehken von den BoJus mit Sohn. Die Treuen die noch selber aktiv spielen mussten, sollten die Reise dann später mit dem Auto antreten.
Auf dem Weg zum Bahnhof wurden beim Koreaner vorsichtshalber Dosen statt Flaschen gekauft, da die Unsitte, keine Glasflaschen mit in Sonderzüge nehmen zu dürfen, ja nicht ganz neu ist. Der älteste Reisende unter uns von den Bochumer Jungen, wollte aber nicht der Weisheit der Treuen glauben und musste so mit seiner prall gefüllten Tasche zurück zum Koreaner und seine Flaschen (die er übrigens gar nicht dort gekauft hat) in Dosen umtauschen.
Im scheinbar überfüllten Zug fanden wir zunächst keinen Platz und so schlängelten wir uns durch den Zug auf der Suche nach freien Plätzen. Da ich durch ein kurzes Gespräch den Anschluss verlor und so mit Loehken jun. ungefähr sechs Meter hinter den anderen ging, durften wir bei dem nächsten Türenbereich, wo sich eine Gruppe netter Menschen vom BGS platziert hatte, nicht weiter gehen, da dort alles überfüllt wäre. Mein Hinweis das unsere Leute in Sichtweite einige Meter weiter stehen würden und wir doch gerne dorthin wollten, wurde abgeschmettert mit dem Hinweis, ich solle doch froh sein 90 Minuten meine Ruhe vor denen zu haben (nun gut, in diesem Punkt hat er vielleicht gar nicht so unrecht ;-)). Allerdings war das alles wieder pure Willkür einiger Beamte, denn im folgenden Abteil war es auch nicht voller gewesen.
So verlief die Fahrt recht ereignislos und kurz vor 16Uhr trafen wir in Köln-Ehrenfeld ein, wo schon einige Sonderbahnen der KVB bereitstanden, um die Bochumer direkt zum Stadion zu fahren. Eigentlich wollten wir noch gerne was essen und eine Kleinigkeit trinken, aber auf Nachfrage hieß es, dass wir eigentlich mit der Bahn fahren müssten. Auf weitere Nachfrage, was denn dieses eigentlich bedeutet, wurde dieses dann gestrichen.
Also gaben wir uns geschlagen, mussten aber vorher noch unsere Blase entleeren, wurden dann in die Pinkelecke verwiesen und als wir von dort anschließend wieder auf die Straße traten waren ärgerlicherweise keine Polizei und keine Bahnen mehr da. Und wir haben uns wirklich nicht dort versteckt oder absichtlich lange gewartet, innerhalb von zwei Minuten war wirklich alles verschwunden.
So folgten wir nun Rolands Ortskenntnissen, die aber nicht wirklich so gut waren, und stiegen an der nächsten Haltestelle in eine Bahn, von der wir glaubten sie führe Richtung Stadion. Glücklicherweise waren auch Kölner Anhänger in der Bahn, so dass wir dann doch mitbekamen, dass wir umsteigen mussten.
Kurz vorm Stadion stiegen wir dann aus und suchten uns eine der berühmten Kneipen aus, aus deren Richtungen zu früheren Zeiten schon mal Gegenstände Richtung Bochumer Bahn geflogen sind. Aber auch hier haben sich die Zeiten geändert und man konnte als Bochumer in Ruhe sein Bier trinken.
Nach zwei Runden und öfters "...Köln zweite Liga" begaben wir uns dann zum Stadion.
Dort wurden im Gästeblock dann jede Menge bekannte Gesichter begrüßt, unter anderem die Ostler, die mal wieder ihren befreundeten Kölner Fan-Club besuchten, und auch die Panther waren zahlreich vertreten.
Schnell betraten wir, nach einer sehr gründlichen und intimen Durchsuchung, den Gästeblock und gesellten uns zu den Panthern.
Also das neue Kölner Stadion ist wirklich klasse, aber was wirklich super ist, ist der Gästebereich. Von allen Positionen kann man gut sehen und der Preis ist auch okay. Es waren sicher über 4000 Bochumer die sich hier im Gästebereich, aber auch auf den anderen Tribünen verteilten und mit zahlreichen Fahnen einen guten Eindruck hinterließen.
Insgesamt waren es stattliche 43000 Zuschauer, wobei auch bei den Kölnern eine gute Stimmung herrschte, denn ihr Team war es, welches das Heft in die Hand nahm und sich eine Chance nach der anderen herausspielte, dann aber glücklicherweise immer wieder im Abschluss versagte oder an van Duijnhoven scheiterte. Unser VfL schien völlig von der Rolle und machte meinem Optimismus doch arg zu schaffen, bis Darek dann die erste Bochumer Chance zum 1:0 nutzte.
So ging es dann auch in die Halbzeit und nachdem man noch mit König Jürgen nebst Gemahlin gesprochen hatte, war die zweite Halbzeit schon im Gange.
Zusammen mit Roland und bestückt mit zahlreichen Kölsch waren wir gerade auf dem Weg zu unserem Platz als der Kölner Ausgleich fiel.
Ziemlich frustriert nahmen wir dann wieder unseren Platz ein, innerlich schon das typische VfL-Spiel in Köln vor Augen. Aber dann brachte Fahne den VfL erneut in Führung und danach schienen die Kölner doch ein wenig zu resignieren, auch wenn sie in der Nachspielzeit noch eine hundertprozentige Chance zum Ausgleich hatten. Aber danach war dann Schluss und Bochum hatte zum ersten mal in Köln gewonnen, wenn auch mehr als glücklich, aber wen interessiert das nächste Woche. Wir feierten noch Mannschaft und Trainer, bekamen Trikots zugeworfen und durften beim rausgehen noch einen Ordner im VfL-Trikot bewundern.
Im Getümmel vor dem Stadion verlor ich dann die anderen, aber glücklicherweise wartete mein Fan-Club nach einem Notruf über Mackes Handy. Wir stapften dann gemütlich über die Wiese Richtung Haltestelle und dachten an die etlichen Male, die man diese Wiese im Laufschritt oder schneller überqueren musste. Dazu passte dann Kaspers Aufforderung, wir sollten mal Ausschau halten, weil hier müsste irgendwo noch ein Zahn von ihm liegen.
An der Haltestelle nahmen wir dann eine der Sonderbahnen Richtung Ehrenfeld. Dort angekommen durfte man keine Erfrischungsgetränke mehr kaufen gehen, auch durfte man die Pinkelecke nur einzeln betreten, aber wir haben ja unseren Roland und so stieß er nach einiger Zeit mit gut gekühlten Flaschen Bier (Bier, kein Kölsch) wieder zu uns.
Im wieder überfüllten Zug wurden dann Stehplätze eingenommen, über vergangene und vielleicht zukünftige UEFA-Cup-Spiele nachgedacht und beschlossen, dass die nächste Jubiläumsfahrt ins Pascha (www.pascha.de) nach Köln führen wird.
Um 21.45 Uhr waren wir dann wieder in Bochum und eilten zur Elke um dort "Sport im Westen" zu schauen. Aufgrund des historischen Sieges gab es dann noch eine Runde vom Kassenwart, wobei ich mir nicht sicher bin ob ich da jetzt auch eingeschlossen war (darüber wird noch zu reden sein, Hase), da ich einige Sekunden später dazu kam.
Unsere Runde löste sich dann relativ schnell auf und um kurz vor Mitternacht verließen auch Macke und ich das WaM um den Weg in unsere Betten oder sonst wohin anzutreten.

Der Kasi


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