26.07.03 Antwerpen- VfL Bochum


Um die Testspielreihe des VfL zu komplettieren, fuhr man an diesem Samstag zum belgischen Erstligisten Royal Antwerpen.
Da es noch pflichtbewusste Beamte gibt, ging ich samstags erst malochen und fuhr dann Richtung Benelux.
An Bord waren diesmal allerdings nur Fahrer Moppel und meine Wenigkeit.
Nach 2 Stunden Fahrt vorbei an venlo und Eindhoven erreichten wir um 17 Uhr Antwerpen.
Kaum am Stadion angekommen, trafen wir Zeugwart Andi Pahl. Der begrüßte uns mit den Worten "willkommen in der Steinzeit". Warum, sollten wir bald sehen:
Schon von außen glich das Stadion einer Bruchbude, aber als wir die Gästekabinen von innen sahen, mussten wir erstmal schlucken. Drei Holzbänke, wo sich die Spieler ihren Sitzplatz erkämpfen mussten. In der Ecke der Kabine ein "riesiger" Duschraum mit vier Duschen auf 2x2 Metern - ekelhaft.
Auf den Schreck musste man in der Stadionkneipe einige Bierchen trinken. Wie das in Benelux so ist, natürlich aus Pinnchen.
Kurios war auch, dass man im Stadion ohne Karte in jeden Block gehen konnte, außer in den Gästebereich.
Dieser füllte sich bis zum Spielbeginn mit ca. 150 Bochumern. Darunter zwei Busse mit 50 Ultras und 50 leuten von Bo-City. Allerdings musten die Ultras schon vor Spielbeginn die ersten Verluste hinnehmen. 10 von ihnen wurden wegen Besitzes von Rauchpulver in Gewahrsam genommen.
Das Spiel begann wie fast alle in dieser Vorbereitung. Der VfL war besser und erspielte sich Chancen zur Führung. Einmal scheiterte "Momo" Diabang freistehend vor dem belgischen Keeper, als er den Ball wenige cm am Gehäuse vorbeischob. Dann erzielte Reymond Kalla ein kopfballtor. Der Schiedsrichter meinte allerdings, der Kameruner hätte sich aufgestützt und gab den Treffer nicht. Zu guter Letzt wurde Paul Freier im Strafraum umgerissen, der Elfmeterpfiff blieb natürlich aus.
So blieb es zur Halbzeit beim 0:0.
In der Pause sah man sich im VIP-Raum um, was wie berichtet ohne Karte möglich war.
Die zweite Hälfte hatte es wirklich in sich. Nach 55 min. überschlugen sich die Ereignisse. Erst gab es im Mittelfeld einen Zweikampf von Kalla und seinem Gegenspieler, beide blieben erst am Boden liegen, traten jeweils einmal nach und wurden mit roten Karten vorzeitig zum Duschen geschickt.
Da die belgischen Spieler in der Pause wohl rohes Fleisch und Blut verspeist hatten, ging die Jagd auf dem Platz weiter. Diesmal war Peter Madsen dran. Erst wurde er zweimal umgetreten, zur Krönung noch mit einem Faustschlag zu Boden gestreckt. Da gab es wirklich nur eins: Rot für den Belgier.
Peter Neururer tat das einzig Richtige und wechselte sofort fünf Leistungsträger aus. Das unser Kapitän Darek Wosz was auf die Socken bekam, ist ja fast schon normal.
Zur Krönung erzielte Antwerpen in der 70. Minute nach einem Konter das 1:0, das auch den Endstand bedeutete. Das wirklich Wichtige war aber, dass kein Bochumer Spieler mehr des Feldes verwiesen wurde oder sich verletzte.
Nach dem Spiel gab es noch leicht Theater zwischen Bochumern und Belgiern, als hinter der Haupttribüne Becher, Gläser und Mülleimer flogen.
Darauf hin wurden die Bochumer in ihre Busse begleitet und bis zur holländischen Grenze eskortiert.
Wir machten uns auch sofort auf dem Heimweg - unter dem Motto "hier muss man wirklich nicht lange bleiben".
Man hat mal wieder gesehen, dass es beim VfL selten langweilig wird.
Um 0.30 Uhr in Bochum angekommen, ließ man den Samstag (oder Sonntag) bei Bianca, Zörnchen und ihrer Grillfeier ausklingen.

Macke


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