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Um die Testspielreihe des VfL zu komplettieren, fuhr man an diesem Samstag
zum belgischen Erstligisten Royal Antwerpen.
Da es noch pflichtbewusste Beamte gibt, ging ich samstags erst malochen
und fuhr dann Richtung Benelux.
An Bord waren diesmal allerdings nur Fahrer Moppel und meine Wenigkeit.
Nach 2 Stunden Fahrt vorbei an venlo und Eindhoven erreichten wir um
17 Uhr Antwerpen.
Kaum am Stadion angekommen, trafen wir Zeugwart Andi Pahl. Der begrüßte
uns mit den Worten "willkommen in der Steinzeit". Warum, sollten
wir bald sehen:
Schon von außen glich das Stadion einer Bruchbude, aber als wir
die Gästekabinen von innen sahen, mussten wir erstmal schlucken.
Drei Holzbänke, wo sich die Spieler ihren Sitzplatz erkämpfen
mussten. In der Ecke der Kabine ein "riesiger" Duschraum mit
vier Duschen auf 2x2 Metern - ekelhaft.
Auf den Schreck musste man in der Stadionkneipe einige Bierchen trinken.
Wie das in Benelux so ist, natürlich aus Pinnchen.
Kurios war auch, dass man im Stadion ohne Karte in jeden Block gehen
konnte, außer in den Gästebereich.
Dieser füllte sich bis zum Spielbeginn mit ca. 150 Bochumern. Darunter
zwei Busse mit 50 Ultras und 50 leuten von Bo-City. Allerdings musten
die Ultras schon vor Spielbeginn die ersten Verluste hinnehmen. 10 von
ihnen wurden wegen Besitzes von Rauchpulver in Gewahrsam genommen.
Das Spiel begann wie fast alle in dieser Vorbereitung. Der VfL war besser
und erspielte sich Chancen zur Führung. Einmal scheiterte "Momo"
Diabang freistehend vor dem belgischen Keeper, als er den Ball wenige
cm am Gehäuse vorbeischob. Dann erzielte Reymond Kalla ein kopfballtor.
Der Schiedsrichter meinte allerdings, der Kameruner hätte sich
aufgestützt und gab den Treffer nicht. Zu guter Letzt wurde Paul
Freier im Strafraum umgerissen, der Elfmeterpfiff blieb natürlich
aus.
So blieb es zur Halbzeit beim 0:0.
In der Pause sah man sich im VIP-Raum um, was wie berichtet ohne Karte
möglich war.
Die zweite Hälfte hatte es wirklich in sich. Nach 55 min. überschlugen
sich die Ereignisse. Erst gab es im Mittelfeld einen Zweikampf von Kalla
und seinem Gegenspieler, beide blieben erst am Boden liegen, traten
jeweils einmal nach und wurden mit roten Karten vorzeitig zum Duschen
geschickt.
Da die belgischen Spieler in der Pause wohl rohes Fleisch und Blut verspeist
hatten, ging die Jagd auf dem Platz weiter. Diesmal war Peter Madsen
dran. Erst wurde er zweimal umgetreten, zur Krönung noch mit einem
Faustschlag zu Boden gestreckt. Da gab es wirklich nur eins: Rot für
den Belgier.
Peter Neururer tat das einzig Richtige und wechselte sofort fünf
Leistungsträger aus. Das unser Kapitän Darek Wosz was auf
die Socken bekam, ist ja fast schon normal.
Zur Krönung erzielte Antwerpen in der 70. Minute nach einem Konter
das 1:0, das auch den Endstand bedeutete. Das wirklich Wichtige war
aber, dass kein Bochumer Spieler mehr des Feldes verwiesen wurde oder
sich verletzte.
Nach dem Spiel gab es noch leicht Theater zwischen Bochumern und Belgiern,
als hinter der Haupttribüne Becher, Gläser und Mülleimer
flogen.
Darauf hin wurden die Bochumer in ihre Busse begleitet und bis zur holländischen
Grenze eskortiert.
Wir machten uns auch sofort auf dem Heimweg - unter dem Motto "hier
muss man wirklich nicht lange bleiben".
Man hat mal wieder gesehen, dass es beim VfL selten langweilig wird.
Um 0.30 Uhr in Bochum angekommen, ließ man den Samstag (oder Sonntag)
bei Bianca, Zörnchen und ihrer Grillfeier ausklingen.
Macke
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