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Es war mal wieder Derbytime! Auch wenn unsere "großen"
Nachbarn, egal ob schwarz-gelb oder königsblau gefärbt, es
nicht wahr haben wollen (es gibt nur ein echtes Derby...blablabla),
für uns Bochumer sind diese Spiele immer was Besonderes.
Um sich standesgemäß auf diesen Tag einzustimmen, hatte König
Jürgen in seine Ostlersche Burg eingeladen, wo bereits ab 11 Uhr
der Zapfhahn geöffnet hatte und es Korn für umsonst gab.
11 Uhr hielt ich für ein wenig verfrüht. Um 14 Uhr traf ich
in Langendreer ein, wo mir in ohrenbetäubender Lautstärke
diverse VfL- und Stimmungslieder entgegendröhnten. Jürgen
hatte Stunden im Keller verbracht, um seinen "Scheiß-Schalke-Schal"
zu finden, mit dem er seine Burgräume dann aufs Prächtigste
dekoriert hat.
Einige Mitlieder seines befreundeten Clans aus Köln waren auch
zugegen, und ich (später auch Roland) konnte mit der Treuen-Version
des Kölle Allaaf-Liedes keinen Eindruck schinden.
Roland hatte sich mit Lüdi im Warsteiner verabredet, und so zogen
er, meine Schwester, Libby und ich etwas früher von dannen, um
auf ein oder zwei Bierchen bei Elke einzukehren.
Außer Lüdi war kein Treuer mehr zugegen. Ach ja, es war ja
ausnahmsweise ein Sonntagsspiel, an dem die Grümerbaumer bekanntlich
auf ihrem Vereinsgelände verweilen.
Später traf noch Kasi ein und irgendwann ging es in Richtung U-Bahn,
die zu diesem Zeitpunkt noch erfreulich leer war.
Im Stadion zog es mich zur Gegentribüne, einige Bekannte wurden
begrüßt und ich durfte feststellen, dass zwar knapp die Hälfte
der Zuschauer keine Bochum-Fans waren, das Stadion aber dennoch nicht
so fest in Gelsenkirchener Hand war, wie es viele befürchtet hatten.
Aber vielleicht kapieren die Bochumer Zuschauer endlich einmal, dass
man während der gesamten Saison Karten für alle noch ausstehenden
Spiele kaufen kann. Dann muss hinterher keiner rumheulen, weil er kein
Ticket bekommen hat und die VfLer im Stadion müssen sich nicht
über solche Knalltüten in der eigenen Kurve ärgern, wie
sie diesmal in Block N rumlungerten und freche, obszöne Gesten
in Richtung Bochumer machten.
Die Stimmung war von Bochumer Seite aus eines Spiels gegen die ungeliebten
Nachbarn einfach nicht würdig, während die Gelsenkirchener
ihr Team doch recht ordentlich unterstützten (auf jeden Fall besser
als die Borussen, die sich ja heute noch auf die Schultern klopfen und
erzählen, wie schön sie in Bochum gesungen haben).
Es wurde auch nicht besser, als unser VfL in Rückstand geriet und
als später, nachdem das 0:2 gefallen war, klar wurde, dass hier
und heute nix zu holen ist, waren alle in eine Kurzzeitdepression verfallen.
Die schwere Verletzung unseres Holländers im Tor war quasi das
Sahnehäubchen oben drauf.
Mit ein paar Leuten ging es dann noch zur Frustbewältigung in Connys
Gasthaus. Auf dem Weg dorthin wurde noch einigen Königsblauen erklärt,
dass wir sie doof finden und in der Gasstätte angekommen, waren
eigentlich fast alle schon wieder in Feierlaune.
So wurden noch einige nette Liedchen geträllert (u.a. das von Juliane
Werding), ein wenig auf griechisch getanzt und ein wenig mehr getrunken,
bis...ich die Erinnerung verlor.
Nach Hause gekommen bin ich aber, sogar recht früh, wie mein Schätzken
meinte. Die muss das schließlich wissen, weil sie von diesem Zeitpunkt
an auf der Couch schlafen musste.
Gruß,
ein auf das Rückspiel hoffender Lars
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