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| 10.08.02 Nürnberg-VfL |
Erst hatten wir überlegt zum ersten Spiel in der neuen Saison einen eigenen Bus einzusetzen, da dieser aber aus diversen Gründen scheiterte mussten wir uns halt anders orientieren. Während Moppel und Macke den BOZ nutzten, wählten Zorne, Schweppes, Kaspar und ich den Bus den Rudi, bekannter VfL-Fan aus Hordel, für dieses Spiel auf eigene Kappe einsetzte. So trafen wir uns morgens um halb acht am Hauptbahnhof, um uns von Schweppes´ Susi zum Treffpunkt nach Hordel fahren zu lassen. Als es dann kurz nach acht mit einer bunt gemischten Truppe los ging Richtung Frankenkland, versuchte ich erst einmal den Schlaf nachzuholen, der mir aufgrund eines Geburtstages vom Vorabend fehlte. Klappte leider nicht so gut, denn mehr als dösen war nicht drin, aber nach gut einer Stunde fühlte ich mich fit genug, um mich den Getränken in meinem Rucksack und dem Geschehen im Bus zu widmen. So bekam ich dann auch mit, dass irgendwer die Tür der Toilette so zugezogen hat, dass sie nun auch mit Werkzeug nicht mehr zu öffnen war. Ist manchmal schon ganz schön hart wenn die Blase voll ist und man im Stau auf den nächsten Rastplatz warten muß. Einen längeren Aufenthalt gab's mal wieder auf dem Rasthof im Spessart, wo wieder das obligatorische Frischgezapfte getrunken wurde. Aufgefallen ist mir dann noch dieser VfL-Fan bei den Zeitschriften, der sehr interessiert in "ADAM - Die Zeitung für das schwule Leben" las. Dicke Überschrift auf dem Cover: "Poppen im Park". Was es nicht alles gibt, aber jedem das seine. Danach ging's zügig weiter, und um kurz vor drei erreichten wir den Parkplatz am Stadion. Vor den Stadiontoren sah man dann einige Bochumer, die wegen erhöhten Alkoholkonsums nicht ins Stadion durften. Im Stadion selbst dann erleichterte Gesichter bei denen die nicht blasen mussten. Da soviel Zeit bis zum Anpfiff nicht mehr war, wurde nach kurzer Begrüßung der bekannten Gesichter noch ein Light-Bier gekauft und danach der Block geentert. Dieser war auch recht gut gefüllt, und ich schätze mal, dass mehr als 700 Bochumer beim ersten Auswärtsspiel dabei waren und auch sonst war das Frankenstadion mit 32000 Zuschauern gut besucht. Unser VfL zeigte von Anfang an, dass er sich am heutigen Tag die Punkte nicht ermauern würde, sondern bestimmte sofort das Geschehen auf dem Rasen, was schon nach 6 Minuten durch ein Tor von Christiansen, mit freundlicher Unterstützung des Nürnberger Torwarts, belohnt wurde. Die Freude bei uns natürlich riesengroß, aber auch die Skepsis, da ja noch ganze 84 Minuten vor uns lagen. Aber Bochum spielte munter weiter und in der 20.Minute dann das 2:0 - erneut durch Christiansen. Die Stimmung war bei uns jetzt richtig gut, während von den anderen Tribünen die ersten Pfiffe ertönten. Freier hätte vor der Pause noch auf 3:0 erhöhen können, aber leider vergab er und so ging's mit 2:0 in die Halbzeitpause. Auch wenn Nürnberg bis dahin zwei Chancen herausspielte, hatte man nie ernsthaft den Eindruck, Bochum würde das Spiel hier aus der Hand geben. In der Halbzeit dann die übliche Prozedur von Toilette besuchen und anschließend Bierstand beglücken. Da das Pausenquätschchen sich etwas hinzog, verpasste ich die ersten 5 Minuten der zweiten Halbzeit und somit 4 Großchancen des VfL. Ich kam dann aber pünktlich in den Block um den Nürnberger Jubel über den Anschlusstreffer zu bestaunen. Nun gab's Chancen auf beiden Seiten und man begann mal wieder zu zittern. Aber in der 83. Minute dann das erlösende und insgesamt hochverdiente 3:1 durch den eingewechselten Hashemian nach einem Doppelpass mit dem ebenfalls eingewechselten Thomas Reis. Erlösender Jubel im Bochumer Block und ein paar nasse Klamotten durch verschüttetes Bier. Nee, wat is dat schön! Weniger schön allerdings das in Franken die Torschützen des Gastvereins nicht genannt werden, aber so ist das wohl wenn der Frust tief sitzt. Die restlichen Minuten nur noch feiern and abhängen am Zaun, auch wenn Ordnungsdienst und bayrische Staatsmacht was dagegen hatten. Nach dem Schlusspfiff kam die erfolgreiche Bochumer Mannschaft zu unserem Block, um sich feiern zu lassen und um sich für die Unterstützung zu bedanken. Und dann gabs noch eine bemerkenswerte Premiere, die Endergebnisse der anderen Plätze wurden durchgegeben und erstmals stand der VfL Bochum auf Platz 1 in der 1. Bundesliga. Auch wenn man sich dafür am Ende der Saison nichts kaufen kann und wenn es auch nur für 26 Stunden war, wir haben diese Zeit doch sehr genossen. Denn wahrscheinlich sieht es in einigen Wochen wieder ganz anders aus. Also immer nach dem Motto: "Genieße den Augenblick" - wir haben es gemacht. Mit einer gar nicht so leckeren Pommes ging's dann zurück Richtung Busparkplatz, wobei Zorne noch jeden Nürnberger Bus persönlich verabschiedete: "Wünsche eine gute Heimfahrt und noch einen schönen Abend". Kurz nach 18.00 Uhr ging's dann zurück Richtung Heimat und glücklicherweise hatten unsere beiden Busfahrer, die übrigens wirklich ganz in Ordnung waren, es auch geschafft die Toilettentür wieder zu öffnen. Nach einer erneuten Rast im Spessart ging es dann in einer Tour durch nach Bochum. Ich entschlummerte dann irgendwann in den verdienten Schlaf und bekam aber noch mit, dass manche Leute sich nicht benehmen können und den Bus versifft haben. Generell scheiße, aber besonders wenn man, wie die meisten im Bus den Veranstalter kennt, da dieser für eventuelle Schäden und Reinigungskosten gerade stehen muß. Das Problem hatte sich dann aber später wohl soweit erledigt, da ein bischen für Ordnung gesorgt wurde. Gegen halb eins waren wir wieder in Hordel und Susi stand schon bereit (oder immer noch???), um uns abzuholen. An dieser Stelle noch mal schönen Dank an Susi! Wir fuhren dann direkt zur Elke, wo uns schon die Daheimgebliebenen erwarteten. Robert, Roland, Lars und sein Schwesterlein empfingen uns teils gebührend, teils schlafend und so wurde noch bis gegen 5 Uhr auf die Tabellenführung angestoßen. Also das erste Spiel der Bochumer hat wirklich Lust auf mehr gemacht und ist meiner Meinung nach auch nicht zu vergleichen mit dem Sieg vor zwei Jahren in Lautern, aber man wird ja sehen wie sich die nächsten Spiele entwickeln. Kasi |