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Eigentlich wollte ich ja gar nix schreiben, aber ich denke, der Gladbacher
Bökelberg ist nicht unbedingt eine Reise jedoch einen kleinen Bericht
wert.
Martin hatte für uns Karten besorgt und da diese zur Fahrt im gesamten
VRR berechtigen, wollten wir doch mal wieder die Dienste der Deutschen
Bahn in Anspruch nehmen.
12 Uhr traf ich im Warsteiner ein, wo erstmal kein Treuer, aber Obermaus
Timo Moschner, Cola trinkend und Frikadelle essend, zugegen war.
Wir warteten nicht lang und Martin, Lüdi, BoJus ihr Sportwart und
der Buchstabenverkäufer trafen ein.
Letzterer zeichnete sich durch eine blassgrüne Gesichtsfarbe aus,
die er auch im Verlauf des gesamten Tages nicht verlieren sollte.
Durch Zufall erfuhr ich, dass unsere freundliche Wirtin nicht nur Warsteiner,
sondern auch Jever im Angebot hat.
Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Da quält man
sich Jahre mit dieser wässrigen Plörre herum und die ganze
Zeit ist, nur einen Zapfhahn entfernt, richtiges Pils an der Leitung.
Zwar kein Fiege, aber immerhin...
Nun gut, jetzt weiß ich ja Bescheid.
Etwa eine halbe Stunde vor der Abfahrt machten wir uns auf den Weg,
kauften ein wenig Proviant beim Chinamann ein und gingen auf ein Viertelstündchen
in den Bummelzug, wo wir uns über den Anblick einer leicht schläfrigen
Gestalt und einen geradezu lieblichen Geruch, insbesondere auf der Toilette,
freuen durften.
Wir trafen wieder auf den Sportwart, der nun Karl-August und dem Sportwart
seine Freundin ihren Schwager seine Tochter (oder so ähnlich) zur
Betreuung im Schlepptau hatte.
Da es für die Bahn offensichtlich zu schwierig war, auch für
die Hinfahrt einen Sonderzug zu organisieren, zwängten sich einige
hundert Bochumer in eine schon vorher voll besetzte Regionalbahn in
Richtung Duisburg.
Dort angekommen stiegen wir in einen noch volleren Zug Richtung Gladbach
und vertrieben uns die Zeit mit Geschichten und Annekdoten aus vergangenen
Tagen.
Am Ziel angekommen setzten die Treuen sich erst einmal vom Rest des Feldes
ab. Zum Einen, um sich ungestört von größeren Mengen
überflüssigen Wassers zu befreien und zum Anderen ist der
Bökelberg nun mal ein Berg, den zu erklimmen wir nicht gewillt
waren. Also flugs in zwei Taxis eingestiegen und für knapp 4 €
zum Ort des Geschehens.
Leider konnte er nicht bis vor die Tür fahren, so dass wir immerhin
noch gute 50 Meter bergauf mussten.
Vorm Stadion wurden Zörnchen und Begleitung, sowie unser Betreuer
und unser Sozialarbeiter begrüßt.
Ich begab mich zunächst durch den allseits bekannten Tunnel an
den Rand des Geschehens, um einige Fotos zu schießen.
Das Stadion war recht gut gefüllt, die Stimmung auf Gladbacher
Seite war recht gut und unter den, leider nicht besonders zahlreichen,
Bochumern wurde mal wieder reichlich gequalmt und gestunken.
Später erfuhr ich, dass es darüber wohl einigen Ärger
gegeben hat, in dessen Verlauf einer der Trommler etwas von einigen
Ultras aufs Auge bekommen hat.
Ist sicherlich nicht in Ordnung, aber die Hetzparolen, die im Augenblick
gegen die Ultras durchs Internet geistern sind es geauso wenig.
Ich finde, dass diese Fangruppierung mittlerweile einen festen Platz
in der Fanszene hat, und ich weiß, dass einige von denen wirklich
prima VfLer sind. Arschlöcher findet man leider überall. Ich
kenne die Strukturen in deren Szene ja nicht, aber vielleicht sollten
die, die bei Ihnen was zu sagen haben, mal solche Deppen in Ihre Schranken
verweisen. Offensichtlich will zur Zeit auch jeder Spinner, der gerade
aus dem Kindergarten entlassen wurde, ein Ultra sein. Da muss es ja
zwangsläufig zu Problemen kommen.
Ne ne, da bleib ich doch lieber in nem kleinen, überschaubaren
Fanclub.
Zurück zum Spiel: Durch die Fotografiererei hatte ich meine Einheit
verloren. Das einzig bekannte Gesicht, das ich entdeckte, gehörte
unserem frischgebackenen Aufsichtsratmitglied. Trotz dieser Position
ist der Mann sich nicht zu schade, die Spiele in der Fankurve zu verfolgen.
Er hat halt nicht vergessen, wo er hergekommen ist ;-)
Also beschloss ich, die erste Halbzeit bei ihm zu verbringen und die
Pause abzuwarten. War ja klar, wo sich der Rest dann aufhalten würde.
Die ersten 20 Minuten war der VfL eigentlich die bessere Mannschaft,
und ich hatte das Gefühl, dass hier mal wieder ein Auswärtssieg
drin war.
Leider wurden die Gladbacher immer stärker und unsere Jungs, insbesondere
in der Abwehr, immer schwächer.
In der zweiten Halbzeit, ich hatte meine Jungs mittlerweile wieder,
wurde das nicht besser (im Gegenteil) und 15 min. vor dem Ende, Gladbach
führte mittlerweile 2:0, was angesichts der weiteren 100%igen Chancen
noch geschmeichelt war, beschlossen wir, dass man zu sehr friert und
wir machten uns auf den Weg in Richtung Bahnhofskneipe.
Dort rief ich meine Freundin zwecks Verabredung an und erfuhr so, dass
Hubschrauber und dänischer Wunderstürmer den Spieß noch
umgedreht hatten. 2:2! Der freundliche Wirt bestätigte uns dieses
und wir mussten auf diese Nachricht noch einen nehmen.
Der Sportwart und 50% seiner Begleitung trafen auch ein und wir mussten
Einsehen, dass Weisheit und Erfahrung des Alters einen Bochumer Sportwart
so manches VfL-Tor mehr sehen lassen. Aber wir lernen ja noch und wenn
Leute wie der Sportwart uns an ihrem Wissen teilhaben lassen, dann wird
das auch von Spiel zu Spiel besser werden.
Eine doch noch recht gut gelaunte Rückfahrt begann und in Bochum
angekommen trafen wir uns mit meiner Schwester und meiner Lebensgefährtin.
Eigentlich wollten wir unsere alte FC-Kneipe "zum Sportfreund"
für zwei oder drei Getränke aufsuchen, diese hatte jedoch
geschlossen und so begückten einige Treue mal wieder Conny und
Reiner mit Ihrer Anwesenheit.
Der Rest war (fast) wie gehabt
Euer Lars
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