28.04.02 VfL Bochum-Union Berlin


Das Heimspiel gegen die Hauptstädter stand an und obwohl ich mir immer wieder einrede, dass das mit dem Aufstieg noch was werden kann, machte ich mich ganz entspannt auf den Weg in den Bochumer Osten.
Dorthin hatte nämlich König Jürgen I zu einem kleinen Frühschoppen mit happy hour geladen.
Treue waren nicht da, aber einige schwarze Ritter und die gesamte Hofprominenz waren anwesend. Weiterhin noch ein Abgesandter vom Hofe des Kölner Clan der Mac Hennes.
Es wurde ein bischen geplaudert und Finanzminister Wolle schmiss eine Runde unter das gemeine Volk. König Jürgen persönlich ließ es sich nicht nehmen, ein Getränk anzurühren, wie es außer ihm nur wenigen schmeckt.
Ich selbst hätte gern einmal von der majestätischen Mischung aus Bier, Cola und Weinbrand gekostet, da aber keine Olive drin war, lehnte ich dankend ab und riskierte so, bei Hofe in Ungnade zu fallen. Der König war aber guter Dinge und ließ mich nach dem dritten Versuch mit dem Gebräu in Ruhe.
Später gab der zweite Minister Stange eine Runde Bier aus und ich konnte wieder voll am höfischen Leben teilnehmen.
Dann war es Zeit für den Aufbruch, das Wetter war hundsmiserabel, aber ich hatte Glück, dass meine Schwester mir einen Platz in einer Ostlerschen Kutsche besorgt hat.
Am Stadion wurden wie immer Freunde und Bekannte begrüßt, bevor ich dann loszog, um ein paar Schnappschüsse zu machen.
Knapp 18.000 Zuschauer waren in unseren Tempel gepilgert, darunter ca. 1.500 Eiserne. Die Stimmung war ziemlich mies, die blau-weißen Fähnchen, die an die Zuschauer verteilt wurden, wirkten auf mich total bescheuert und dass auf die Bitte der Fans hin vor Spielbeginn keine Musik gespielt wurde, animierte auch nur die Wenigsten zum Singen.
Die Unioner machten dagegen ordentlich Alarm, beschränkten sich zum Großteil allerdings auf Schmährufe gegen Bochum und gegen die anwesenden BFCler, die ihre Anwesenheit durch größere Zaunfahnen kundtaten. Diese mussten später allerdings entfernt werden.
Negativ aufgefallen ist mir auch, dass einige Deppen es nicht schafften, zu Beginn des Spiels für eine Minute ihr dummes Maul zu halten, als den Opfern in Erfurt gedacht wurde.
Dann wurde Fußball gespielt, und unsere Helden legten gleich ordentlich los.
Buckley traf bereits in der 9. Minute und alles schien bestens zu laufen.
Dann schoss Berlin den Ausgleich, irgendwann gab's die rote Karte für Mandreko, und das ganze entwickelte sich zu einem echten Krimi.
Der offensichtlich betrunkene Schiri verweigerte den Bochumern ein Tor, nahm auf Empfehlung seines Assistenten einen Elfer für Berlin und die gelbe Karte gegen Fahne zurück und als keiner mehr dran glaubte, schoss Fahrenhorst doch noch den verdienten Siegtreffer.
Dann war alles nur noch Jubel. Bielefeld und Mainz haben nur Unentschieden gespielt und unseren Aufstiegsträumen neuen Nährboden gegeben.
Aber auch wenn es nicht mehr klappen sollte, mit der Einstellung vom Berlinspiel lass ich mir die Jungs auch noch ein weiteres Jahr in Liga zwo gefallen. Selten habe ich in den letzten Jahren eine Bochumer Mannschaft so kämpfen und ackern gesehen und wer weiß, vielleicht kappt es ja doch noch mit dem Aufstieg.
Zu hoffen bleibt, dass die Berliner auch gegen Mainz die gleiche Einstellung zeigen, wie am Sonntag gegen uns. Dann sehe ich schwarz für den Karnevalsverein.
Ich denke, die Aufstiegsfete in unserem Bus wird ihresgleichen suchen.
Sonntag war nach dem Spiel allerdings nicht mehr so viel los bei uns.
Einige waren wohl noch im Festzelt der Maischützen.
Zorne, Roland, mein herzallerliebstes Schwesterlein und ich waren noch wat bei Elke und im Krönchen, was nicht weiter erwähnenswert wäre, hätte man nicht heimlich skandalöse Bilder von mir geschossen. Aber was soll's, die kommen eh nicht ins Internet.

Ich habe gesprochen,
Euer Lars das Law

zurück