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Irgendwann im letzten Jahr kam König Jürgen I von und zu Bochum-Ost
auf die Idee, das Auswärtsspiel in Oberhausen mit einer Kreuzfahrt
über den Rhein-Herne-Kanal zu verbinden.
Nachdem er kurzfristig belächelt wurde, kam uns sein Vorschlag gar
nicht mehr so blöd vor und wir entschieden uns, in das Unternehmen
einzusteigen.
Der König und von unserer Seite Zorne kümmerten sich und bald
war klar, dass Bo-Ost und wir ein Schiff zum Spiel einsetzen würden.
Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer und der Zuspruch war
so überwältigend, dass schnell deutlich wurde, dass das gebuchte
Boot nicht genügend Kapazität hatte.
Also her mit der "Santa Monika" und auch dieser Stolz der sieben
Weltmeere war in kurzer Zeit total ausverkauft.
Das Interesse war auch bei anderen Fans sehr hoch, und ein weiteres Schiff,
allerdings nur mit Hinfahrt, wurde eingesetzt.
Befremdlich fanden wir allerdings die Befürchtung der Organisatoren
des zweiten Bootes, wir hätten Probleme mit dieser Konkurrenzveranstaltung.
Was für ein Blödsinn, es hätten ruhig noch ein paar Boote
mehr sein können. Wäre doch interessant gewesen, wie die Polizei
dann die angeblich verfeindeten Fangruppen auseinander gehalten hätte.
Übrigens sind später Mitglieder dieser "Feinde" bei
uns an Bord gewesen und haben mit uns gefeiert und auch ein oder zwei
Bierchen getrunken.
Ja ja, die Polizei kennt sich schon richtig gut aus in der Szene.
Also 10.00 Uhr traf sich die ganze Bande am Kirmesplatz, und es war schon
eine illustre Gesellschaft, die sich da zusammengefunden hatte:
Treue und Ostler natürlich, Bochumer Jungen, Blau-weiße Panther,
Block A, Herne Constantin, No Names,die grauen Mäuse, Eagles, Psychos,
die Falken aus Ibbenbüren..... ein bunter Haufen, stand am "Haus
Frein" und wartete auf die Shuttle-Busse zum Hafen. Sollte ich jemanden
nicht aufgezählt haben, der aber unbedingt dabei gewesen sein möchte,
so melde er sich bei mir.
In Herne angekommen, ging es gut gelaunt an Bord, Plätze wurden belegt
und das Schiff hatte noch nicht abgelegt, da waren die ersten Fässer
bereits gelehrt. Es wurde übrigens DAB gereicht, eine eigentlich
ungenießbar Plörre. Also tranken einige erstmal Alster oder
griffen gleich zu Hochprozentigerem. Lediglich die "Krombacherfreunde"
waren anspruchslos genug für dieses Zeug.
Später allerdings war der Geschmack egal und man lebte nach der Devise
"schütt rein was gerade zur Hand ist".
Ein Lob an dieser Stelle an den "MGV Bochumer Jungen 1972",
dessen Mitglieder einige Seemannslieder mitgebracht hatten und diese zum
Besten gaben. Die können sogar richtig singen!
Die Fahrt plätscherte so dahin, und die Stimmung stieg immer weiter.
In tiefstem Feindesland gab es einen Schleusenstopp, bei dem unsere zeitweilige
Hilflosigkeit zum Glück nicht vom Gegner genutzt wurde, unsere "Santa
Monika" zu kapern.
Viel zu früh erreichten wir unser Ziel, und ein Teil der Besatzung
blieb noch ein Weilchen auf dem Boot, um das ein oder andere Getränk
zu sich zu nehmen und entstandene Kontakte zu vertiefen.
Was dann im Stadion passierte bedarf sicher keines Kommentares. Ich hatte
jedenfalls zur Halbzeit die Schnauze gestrichen voll und entschied mich
für DAB statt Deppen.
Mit dieser Ansicht stand ich längst nicht alleine da, so dass unser
Kahn lange vor Abpfiff bereits wieder Partyschauplatz war.
Irgendwann ging es wieder zurück, aber einige hatten sich doch für
eine schnellere Art der Heimreise entschieden, was zum Teil an der miserablen
Leistung unserer Stümper in blau lag, zum andern Teil konnten einige
Teilnehmer aber auch rein körperlich nicht mehr.
Egal, der Stimmung an Bord tat es keinen Abbruch und auch der Ärger
über die Mannschaftsleistung wich bei den meisten der Partylaune.
Es wurde noch gesungen (oder geschrieen), getanzt und ein bischen getrunken,
ehe man, ich weiß nicht wann, im Hafen ankam, wo die Busse schon
auf uns warteten. Dort gab es noch einen schweren (Zwischen)Fall im Matsch,
aber Malte ist inzwischen wohl wieder sauber.
Hinterher sind ein paar Treue noch zur Elke auf ein Bierchen, woraus allerdings
ein kollektives Abnicken im Thekenbereich wurde.
Wir und die Ostler hoffen, es hat den Beteiligten Spass gemacht. Vielleicht
gibt es ja bald eine Wiederholung, evtl. im Sommer.
Nach Bielefeld geht es übrigens mit Rikschas, die Treuen fahren und
die Ostler ziehen.
Larsi-Hasi
PS.: Leider kam es auf der Rückfahrt zu einem kleinen Zwischenfall,
an dem einige unserer Mitglieder nicht ganz schuldlos waren. Sollte sich
ein Teil unserer Gäste hierdurch gestört gefühlt haben,
bitten wir diese ehrlich und herzlich um Entschuldigung.
Die Treuen '83
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