08.03.02 Mannheim-VfL Bochum


Nachdem eine Woche zuvor bei unseren Helden der tropische Bubu umging und somit unser einziges Samstagsheimspiel abgesagt wurde, habe ich bei der Ostlerschen Ersatzveranstaltung großspurig behauptet, ich wolle unbedingt nach Mannheim fahren. Naja, ich stehe zu meinem Wort und dank Moppels selbstlosem Einsatz sind wir auch pünktlich und glücklich am Freitag in der Kurpfalz angekommen. "Wir" heißt in diesem Fall Moppel als Fahrer, Macke als Vernünftiger sowie Zorne und ich als Trunkenbolde.
Viele Leute waren es nicht, die insgesamt den Weg angetreten hatten. Insbesondere vermisste man Ostler, Panther und BoJus. Schade, aber es kann sich ja nicht jeder von der Arbeit mal eben freimachen, um ein Fußballspiel zu besuchen.
Bei Spielbeginn waren ein paar hundert Blauweiße im Stadion, wobei die Ultras wohl den Löwenanteil an Leuten, in jedem Fall aber an Stimmung, ausmachten.
Irgendwann fiel das 1:0 für Mannheim, und wir stellten uns auf die hier übliche Niederlage ein. Ich hielt mich gerade am Bierstand auf, weil ich meinen Frust in leckerem 2,8%igem ertränken wollte, da legte der VfL einen Doppelschlag durch Christiansen und Wosz hin. Grenzenloser Jubel brandete auf, lediglich getrübt durch ein feiges Senfattentat auf Moppels Jacke.
Als die Ultras dann auch noch begannen ihre gefürchtete Pogoshow abzuziehen, beschlossen wir älteren Herren, uns dezent zurückzuziehen und gesellten uns zu "No Name" Michi Meier und Anhang.
Von hier oben aus beschloss ich, Moppels Jacke grausam zu rächen. Hierzu bekam ich bald die Gelegenheit, als unser Holländer im Tor zeigte, dass auch in seinem Land gute Fußballer heranwachsen (sie spielen halt nur nicht in der Nationalelf ;-) ) und einen von ihm selbst verursachten Elfmeter hielt.
Diese Gelegenheit zum Jubeln nutzte ich und warf meinen noch gut gefüllten Becher in Richtung der Attentäter, was lediglich zur Folge hatte, dass mein Bier und der Becherpfand zum Teufel waren und ein völlig Unbeteiligter sich über seine nasse Joppe ärgerte. Sollte dieser diese Zeilen lesen: Sorry, Leichtbier fliegt einfach nicht so, wie man es vorher vermutet.
Die Stimmung im Bochumer Block kochte, es gab in der zweiten Halbzeit noch Aluminiumtreffer auf beiden Seiten, aber ich hatte nicht mehr das Gefühl, es könne noch etwas anbrennen.
Also noch 'n paar Bierchen geschlabbert, 'ne Feuerwurst gegessen, mit den Spielern gejubelt und ab nach Hause.
Moppel meisterte auch die Rückfahrt in gewohnt souveräner Manier und lieferte Macke zu Hause, Zorne und mich bei Elke ab. Unterwegs hörten wir noch von Schwierigkeiten der Ultras mit der Staatsmacht, auf Grund Fehlverhaltens an einer Raststätte. Kommt mir irgendwie bekannt vor?!?
Zorne ließ mich bei Elke schon bald schmählich im Stich, um sich in seiner Heimat Gerthe zu amüsieren. Ich hatte irgendwann dann auch keine Lust mehr und fuhr mit dem Gefühl nach Hause, dass der Aufstieg keine Utopie mehr ist.

Lars (Moppels Pressesprecher)

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