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Nachdem eine Woche zuvor bei unseren Helden der tropische Bubu umging
und somit unser einziges Samstagsheimspiel abgesagt wurde, habe ich bei
der Ostlerschen Ersatzveranstaltung großspurig behauptet, ich wolle
unbedingt nach Mannheim fahren. Naja, ich stehe zu meinem Wort und dank
Moppels selbstlosem Einsatz sind wir auch pünktlich und glücklich
am Freitag in der Kurpfalz angekommen. "Wir" heißt in
diesem Fall Moppel als Fahrer, Macke als Vernünftiger sowie Zorne
und ich als Trunkenbolde.
Viele Leute waren es nicht, die insgesamt den Weg angetreten hatten. Insbesondere
vermisste man Ostler, Panther und BoJus. Schade, aber es kann sich ja
nicht jeder von der Arbeit mal eben freimachen, um ein Fußballspiel
zu besuchen.
Bei Spielbeginn waren ein paar hundert Blauweiße im Stadion, wobei
die Ultras wohl den Löwenanteil an Leuten, in jedem Fall aber an
Stimmung, ausmachten.
Irgendwann fiel das 1:0 für Mannheim, und wir stellten uns auf die
hier übliche Niederlage ein. Ich hielt mich gerade am Bierstand auf,
weil ich meinen Frust in leckerem 2,8%igem ertränken wollte, da legte
der VfL einen Doppelschlag durch Christiansen und Wosz hin. Grenzenloser
Jubel brandete auf, lediglich getrübt durch ein feiges Senfattentat
auf Moppels Jacke.
Als die Ultras dann auch noch begannen ihre gefürchtete Pogoshow
abzuziehen, beschlossen wir älteren Herren, uns dezent zurückzuziehen
und gesellten uns zu "No Name" Michi Meier und Anhang.
Von hier oben aus beschloss ich, Moppels Jacke grausam zu rächen.
Hierzu bekam ich bald die Gelegenheit, als unser Holländer im Tor
zeigte, dass auch in seinem Land gute Fußballer heranwachsen (sie
spielen halt nur nicht in der Nationalelf ;-) ) und einen von ihm selbst
verursachten Elfmeter hielt.
Diese Gelegenheit zum Jubeln nutzte ich und warf meinen noch gut gefüllten
Becher in Richtung der Attentäter, was lediglich zur Folge hatte,
dass mein Bier und der Becherpfand zum Teufel waren und ein völlig
Unbeteiligter sich über seine nasse Joppe ärgerte. Sollte dieser
diese Zeilen lesen: Sorry, Leichtbier fliegt einfach nicht so, wie man
es vorher vermutet.
Die Stimmung im Bochumer Block kochte, es gab in der zweiten Halbzeit
noch Aluminiumtreffer auf beiden Seiten, aber ich hatte nicht mehr das
Gefühl, es könne noch etwas anbrennen.
Also noch 'n paar Bierchen geschlabbert, 'ne Feuerwurst gegessen, mit
den Spielern gejubelt und ab nach Hause.
Moppel meisterte auch die Rückfahrt in gewohnt souveräner Manier
und lieferte Macke zu Hause, Zorne und mich bei Elke ab. Unterwegs hörten
wir noch von Schwierigkeiten der Ultras mit der Staatsmacht, auf Grund
Fehlverhaltens an einer Raststätte. Kommt mir irgendwie bekannt vor?!?
Zorne ließ mich bei Elke schon bald schmählich im Stich, um
sich in seiner Heimat Gerthe zu amüsieren. Ich hatte irgendwann dann
auch keine Lust mehr und fuhr mit dem Gefühl nach Hause, dass der
Aufstieg keine Utopie mehr ist.
Lars (Moppels Pressesprecher)
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