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| 11.-12.08.2001 Das Landsknechtgelage |
Eine weitere Saison voller Tränen fand im vierten Abstieg ihren "krönenden" Höhepunkt, und eine weitere Spielzeit in der 2.Liga hatte begonnen. Höchste Zeit also für unsere (fast) alljährliche Abschlussfahrt. Martin organisierte einen Wochenendausflug nach Stadtallendorf mit Abstecher nach Marburg, Fahrt über die Deutsche Märchenstraße und mittelalterlichem Landsknechtgelage. Eines vorweg: Das einzig mittelalterliche an dieser Fahrt war das durchschnittliche Geburtsjahr der übrigen Gäste im Reisebus. Machte aber nix, waren zum Teil gut drauf die Leute. Insbesondere Zorne hatte schnell Freundschaften geknüpft. Egal, wir jedenfalls stiegen am HBf zu und wurden erstmal von einem Busfahrer begrüßt, der schon optisch nicht zu gefallen wusste: Haare und Schnäuzer wie ein 80er-Jahre Möchtegernlude, gekleidet wie Fips Asmussen. Übrigens war er in etwa genauso humorlos. Das "Hallo" fiel jedenfalls schon sehr reserviert aus, und zu unserem Entsetzen wurden wir auf das Rauchverbot im Bus hingewiesen. Aber da Raucherpausen versprochen wurden, fügten wir uns in unser Schicksal. Eine Pause gab es dann auch. Diese dauerte etwa 45 min., und Fips (seinen richtigen Namen habe ich vergessen) schien beleidigt zu sein, dass wir nicht in die angesteuerte Raststätte gingen, um zu frühstücken. Ist ihm wohl viel Provision entgangen. Er jedenfalls zog sich zurück und perzte erstmal mit den Worten "Ich darf das!" den Bus zu. Weiter ging's und schließlich kamen wir in Marburg an, wo eine Stadtführung auf dem Plan stand. Fips war trotz Navigationssystem zu blöd, den mit der Führerin vereinbarten Treffpunkt zu finden, und so zog sich die ganze Angelegenheit erstmal ellenlang hin. An der Besichtigung waren wir eh nicht interessiert, so dass ein Wirtshaus aufgesucht wurde, bis es weiter über die Deutsche Märchenstraße Richtung Stadtallendorf ging. Wäre es allerdings nach Fips gegangen, der am selben Tag noch nach Skandinavien musste, hätten wir mit dem Zug unsere Weiterreise antreten müssen. Er sah aber ein, dass er diese Entscheidung nicht überlebt hätte und ab ging es durch Deutschlands Märchenwelt. Ein kleiner Hinweis: Die Märchenstraße ist etwa 5 min. Fahrt lang, und es gibt hier kein Schneewittchen, kein Dorngretelen, noch nicht mal sieben Zwerge. Auf meine Frage, wo denn das Rotkäppchen stecke, antwortete Fips lautstark "Ich lasse mich nicht provozieren!". Am Hotel, das übrigens nicht schlecht war, angekommen, suchten wir kurz unsere Zimmer auf und trafen uns in gemütlicher Runde, um uns auf das Gelage vorzubereiten. Dort der größte Schock: Die Getränke waren nicht inklusive!!! Dies hielt uns aber nicht davon ab, reichlich zuzuschlagen. Zusätzlich trat ein Notfallplan in Kraft: Kassenwart Jörg wurde angerufen und zu seinem Entsetzen darüber informiert, dass ein Teil der Getränke aus der Clubkasse bezahlt werden müssen. Dann begann das "Gelage": Ein mit Jeans und Federhut bekleideter "Landsknecht" und sein osteuropäischer Gehilfe pöbelten uns an und versorgten uns mit einer Suppe, einem Gemüsepamp, der an Jugendherbergen erinnerte, ein paar Hühnerbollen, die in Sekunden vergriffen waren und einem Fleisch, dass wir zu Hause höchstens in die Suppe kochen. Unserer Stimmung tat's aber keinen Abbruch und als ein weiterer Landsknecht auf einem mittelalterlichen Keyboard zum Tanz aufspielte, kochte der im Stil der späten 70er eingerichtete, mittelalterliche Saal. Auf vielfachen Wunsch gab der Spielmann "Country Roads" zum Besten, womit der Abend entgültig gerettet war und nach und nach die erschöpften "Treuen" in die Betten krochen. Am nächsten Morgen wurde ein recht dürftiges Frühstück gereicht, wobei aber ehrlicherweise erwähnt werden muss, dass kein Hotelier mit dem Hunger von Martins Frau Kid rechnen kann. Bis zur Abreise am Nachmittag sah das Programm eine Stadtralley mit Preisen (übrigens ein Glas Bier) vor. Nicht unser Ding. Aber in der Altstadt gab es ein Fest, und wir gingen hin. Der Hinweg entwickelte sich allerdings auch zu einer Art Ralley, und wir hätten uns Fips' Navigationssystem gewünscht. War aber schön auf dem Fest. Mit neuem Fahrer, der uns übrigens mitteilte, dass auf solchen Clubreisen generell kein Rauchverbot im Bus herrscht, fuhren wir gen Heimat. Die Rückfahrt dauerte ungefähr 10 Std. oder so, weil der Neue einem 2 km langen Stau geschickt über 200 km Umweg auswich. Alles in allem war es eine wirklich nette Fahrt, was aber nicht am
Veranstalter lag. "Die Treuen" fahren nicht mehr mit "Graf's Reisen"!!! Vielen Dank aber an Martin für seine Mühen, und im nächsten Jahr gibt es einen neuen Saisonabschluss. Lars "the law" |